Procter & Gamble kündigt Restrukturierung und massive Stellenstreichungen an
Procter & Gamble (P&G), der Konsumgütergigant mit Sitz in Cincinnati, plant bis Mitte 2027 eine weitreichende Umstrukturierung, die den Abbau von 7,000 Arbeitsplätzen umfasst. Dies entspricht rund 6.4% der globalen Belegschaft von 109,000 Mitarbeitern. Im Zentrum dieser Maßnahmen steht die Stärkung des zukünftigen Wachstums durch eine Verschlankung des Unternehmens. Insiderberichte zeigen, dass die Restrukturierungen insbesondere in den Bürobereichen des Unternehmens stattfinden werden, während die Produktion weitgehend unberührt bleibt.
Der Plan, diese Veränderungen vorzunehmen, wurde erstmals im Juni auf einer Investorenkonferenz in Paris nach längeren Zeiten schleppenden Wachstums vorgestellt. Der vorsichtige Optimismus seitens der Unternehmensleitung steht im Kontrast zu den Forderungen früherer Jahre, als aktivistische Investoren radikalere Maßnahmen verlangten. Zuletzt sorgte der Rückgang des Umsatzwachstums auf nur 1-2% pro Quartal für zusätzlichen Handlungsdruck. In diesem Kontext äußerte sich der designierte CEO Shailesh Jejurikar zuversichtlich, dass neue Produktinnovationen letztendlich nachhaltiges Wachstum für P&G schaffen könnten.
Ein zentraler Aspekt der Umstrukturierung betrifft mögliche Marktaustritte und den Verkauf von Produktlinien, wobei bereits erste Kürzungen im Bereich Damenhygiene in Asien und bei internationalen Produkten der Geschäftsbereiche Mundpflege, Textilpflege und Grooming angekündigt wurden. In der Vergangenheit hat P&G durch den Verkauf von Marken wie Iams und Duracell Schlagzeilen gemacht – ein Prozess, der sich nun fortsetzen könnte.
Experten beobachten die Restrukturierung kritisch, insbesondere im Hinblick auf die Details, die im Juli noch begrenzt bekannt gegeben wurden. Analysten wie Erin Lash beschreiben den Ansatz von P&G als 'chirurgisch', wobei eine genaue Ausmusterung in Aussicht gestellt wird, um schlanker und wettbewerbsfähiger zu werden. Mit dem Wechsel an der Unternehmensspitze im Januar 2026 unter Jejurikar steht Procter & Gamble vor einem bedeutenden Umbruch, der nicht nur die Struktur, sondern auch die Managementebene betreffen könnte. Bereits angekündigte Abgänge, wie der der 57-jährigen Alexandra Keith, deuten darauf hin, dass weitere hochrangige Veränderungen bevorstehen.

