Premium Food Group zieht gegen Kartellamts-Beschluss vor Gericht
Der ambitionierte Vorstoß der Premium Food Group, ehemals bekannt als Tönnies-Gruppe, zur Übernahme mehrerer deutscher Schlachthöfe von Vion, stößt auf Widerstand vom Bundeskartellamt. In einer überraschenden Wendung kündigte das Unternehmen an, gegen die Entscheidung der Behörde vorzugehen und den Fall juristisch prüfen zu lassen. Ziel ist es, das Verbot des Erwerbs, das von der Behörde verhängt wurde, anzufechten.
Vion plant, sich aus Deutschland weitgehend zurückzuziehen, was der Premium Food Group die Möglichkeit bietet, Standorte wie die Schlachthöfe in Buchloe, Crailsheim, Hilden, Waldkraiburg sowie zwei Häuteverarbeitungsbetriebe zu erwerben. Das Kartellamt sieht darin jedoch die Gefahr einer marktbeherrschenden Stellung, insbesondere im Bereich der Rinderschlachtung, und blockierte das Vorhaben mit der Begründung, dass eine derart starke Marktstellung die Interessen von Landwirten und anderen Marktteilnehmern beeinträchtigen könnte.
Maximilian Tönnies, geschäftsführender Mitgesellschafter und Sohn des bekannten Fleischunternehmers Clemens Tönnies, zeigt sich irritiert über die Entscheidung. Auf einer Veranstaltung betonte er, dass das Unternehmen eine andere Einschätzung der Marktanteile habe. Zudem betonte er die Fähigkeit der Gruppe, kriselnde Unternehmen wieder wettbewerbsfähig zu machen. Eine Ministererlaubnis beim Bundeswirtschaftsministerium wird als mögliches weiteres Mittel in Betracht gezogen, sollte im Falle einer gerichtlichen Niederlage der Erwerb nicht zustande kommen.
Darüber hinaus plant die Premium Food Group, ihre Expansion durch den Kauf einer Mehrheitsbeteiligung an The Family Butchers weiter voranzutreiben, womit erneut das Kartellamt zur Genehmigung aufgefordert wird. Der Unternehmenswandel hin zu einem Lebensmittelkonzern unter dem neuen Namen verdeutlicht den strategischen Umschwung – vom reinen Fleischanbieter hin zu einem diversifizierten Lebensmittelunternehmen.

