Powells Perspektiven: Börsen warten auf wegweisende Geldpolitik
Die deutschen Aktienmärkte waren am Freitag von Vorsicht geprägt, da die Anleger gespannt auf die bevorstehenden Aussagen des US-Notenbankchefs Jerome Powell warteten. Angesichts der potenziell richtungsweisenden geldpolitischen Entwicklungen blieben die Indizes vergleichsweise stabil.
Der Dax verharrte nahezu unverändert bei einem Stand von 24.282 Punkten, während er im Wochenverlauf ebenfalls geringe Abweichungen zeigte. Das Rekordhoch aus Juli mit 24.639 Punkten scheint zwar entfernt, jedoch in erreichbarer Nähe. Im Vergleich dazu verbuchte der MDax einen Anstieg um 0,31 Prozent auf 30.773 Punkte und der EuroStoxx 50 legte um 0,2 Prozent zu.
Um 16.00 Uhr erwarteten die Marktteilnehmer gespannt die Rede Powells beim angesehenen Notenbanktreffen in Jackson Hole, Wyoming. Allgemein wird spekuliert, dass der Fed-Chef möglicherweise Zinssenkungen in Aussicht stellt, jedoch die Abhängigkeit von zukünftigen konjunkturellen Daten betonen könnte. Hierbei gelten die Anfang September erwarteten Arbeitsmarkt- und Inflationszahlen als ausschlaggebend. Expertenmeinungen zufolge hat das Enttäuschungspotenzial abgenommen, da die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im September von über 90 Prozent auf aktuell etwa 70 Prozent gesunken ist.
Auf Unternehmensebene sorgten fallende Zucker- und Ethanolpreise für einen negativen Ausblick bei Südzucker, was zu einem Kursrückgang von 1,3 Prozent führte. Die Citigroup änderte ihre Haltung gegenüber den zuvor bevorzugten Rüstungsaktien Hensoldt und Renk auf "Neutral", was dennoch Kurssteigerungen von 3,2 respektive 1 Prozent zur Folge hatte.
Die Commerzbank-Titel verzeichneten einen Rückgang von 3,8 Prozent und wurden damit zum Dax-Schlusslicht, gefolgt von DHL, die 2 Prozent verloren. Letzteres resultierte aus einer skeptischen Bewertung von Kepler Cheuvreux bezüglich der operativen Jahresziele. Ebenso blieben CTS Eventim-Aktien nach einem unerwarteten Gewinneinbruch unter Druck und sanken um weitere 4,3 Prozent.

