Post-Warnstreiks: Herausforderung in der Zustellung und Tarifverhandlungen
In der deutschen Logistiklandschaft macht sich aktuell ein erhöhter Druck bemerkbar. Rund ein Zehntel der Briefe und Pakete, die am Freitag unterwegs sein sollten, erreichte aufgrund eines von Verdi organisierten Warnstreiks nicht ihr Ziel. Die Arbeitseinstellungen erstreckten sich über alle Regionen des Landes und betrafen die Bereiche Briefzustellung, Paketdienst sowie die Kombinationszustellung, bei der ein Mitarbeiter sowohl Briefe als auch Pakete zustellt.
Insgesamt 7700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schlossen sich dem Streik an. Während das Unternehmen, das Teil der DHL Group ist, verlautbaren lässt, dass die liegen gebliebenen Sendungen in den kommenden Tagen zugestellt werden sollen, könnten die Verbraucherinnen und Verbraucher dennoch Verzögerungen bei der Abholung und Auslieferung von Brief- und Paketsendungen spüren.
Verdi hat in den vergangenen Wochen mehrfach mit Warnstreiks versucht, den Verhandlungsdruck zu erhöhen. Der bisherige Höhepunkt wurde am letzten Mittwoch erreicht, als etwa 25 Prozent der Paketlieferungen nicht planmäßig weiterbefördert werden konnten. Auch am kommenden Samstag sind weitere Ausstände geplant, während am Montag die vierte Verhandlungsrunde stattfindet.
Verdi fordert eine Erhöhung der Gehälter um sieben Prozent über einen Zeitraum von zwölf Monaten für die 170.000 betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das aktuelle Angebot der Post umfasst eine gestaffelte Erhöhung um 1,8 Prozent und anschließend 2,0 Prozent über 27 Monate, was Verdi als unzureichend zurückweist. Zudem steht die Forderung nach zusätzlichen Urlaubstagen im Raum, während die Post betont, dass der Abschluss wirtschaftlich tragbar sein muss, insbesondere angesichts sinkender Briefmengen und hoher Investitionskosten.

