Porsche unter Druck: Aktienkurse im freien Fall nach Gewinnwarnung
Die Aktien von Porsche sind am Montagnachmittag um über 7% gefallen, nachdem das Unternehmen seine Gewinnerwartungen nach unten korrigiert und die Einführung einer neuen Elektrofahrzeugreihe verschoben hat. Auch die Aktien von Volkswagen, dem größten Anteilseigner von Porsche, erlitten einen ähnlichen Rückgang. Bereits am Freitag hatte Porsche bekanntgegeben, dass der Umschwung hin zu Elektrofahrzeugen die Betriebsgewinne in diesem Jahr um 1,8 Milliarden Euro schmälern könnte. Die Prognose für die Umsatzrendite wurde auf bis zu 2% herabgesetzt, nachdem zuvor 5 bis 7% angestrebt worden waren. Damit hat der Sportwagenhersteller bereits zum vierten Mal in diesem Jahr seine Erwartungen nach unten korrigiert.
Porsche kündigte an, dass die neue SUV-Serie, ursprünglich als rein elektrisch geplant, aufgrund der Marktbedingungen zunächst nur als Verbrenner und Plug-in-Hybridmodelle angeboten wird. Auch die Einführung einer neuen Softwareplattform für Elektrofahrzeuge, die für die 2030er Jahre geplant war, wird verschoben. Gleichzeitig bleiben die bestehenden Verbrennungsmotorenmodelle länger im Programm. Der Volkswagen-Konzern, Muttergesellschaft von Porsche, meldete in einem separaten Statement, dass aufgrund der schwachen Performance von Porsche ein operativer Gewinnrückgang von 5,1 Milliarden Euro erwartet wird.
Inmitten dieser Entwicklungen sehen sich Europas Automobilhersteller mit einer schleppenden Nachfrage nach Elektrofahrzeugen konfrontiert. Chinesische Konkurrenten führen bei Innovationen und Preis dank großzügiger Subventionen aus Peking. Ein wirtschaftlicher Abschwung in China, gepaart mit schwankender politischer Unterstützung für Elektrofahrzeuge in Europa, beeinträchtigt zudem die Konsumnachfrage in Asien. Zusätzlich drohen vorgeschlagene 15%ige Zölle der Trump-Administration, die Margen bei EU-Exporten in die USA zu belasten.
Zum Ende September wird Porsche den DAX, Deutschlands führenden Aktienindex, verlassen, nachdem der Aktienkurs des Unternehmens in diesem Jahr um mehr als 30% eingebrochen ist. Um die Verluste zu kompensieren, plant das Unternehmen Stellenstreichungen. Bereits im März kündigte Porsche an, bis 2029 durch natürliche Fluktuation, restriktive Einstellungen und freiwillige Vereinbarungen etwa 1.900 Stellen abzubauen. Weitere 2.000 Stellen werden durch das Auslaufen befristeter Arbeitsverträge wegfallen.

