Porsche stellt Weichen neu: Batterietochter Cellforce im Umbruch
Der Stuttgarter Sportwagenhersteller Porsche erlebt gegenwärtig stürmische Zeiten in seiner Batterietochter Cellforce. Wie aus Gewerkschaftskreisen verlautet, plant Porsche die Entlassung eines Großteils der Cellforce-Belegschaft, das sind rund 200 der derzeit rund 280 Mitarbeiter. Diese Maßnahme soll, laut IG Metall Reutlingen-Tübingen, bereits am 30. November vollzogen werden, wobei die Kündigungsschreiben in dieser Woche verschickt werden sollen.
Zuvor war von Porsche eine Massenentlassung bei der Arbeitsagentur angezeigt worden. Innerhalb des Unternehmens herrscht angesichts dieses massiven Stellenabbaus während der Urlaubszeit Unmut. Die Produktion von Hochleistungsbatterien in Kirchentellinsfurt, ursprünglich als wichtiger Eckpfeiler in Porsches Strategie zur Elektromobilität vorgesehen, wird eingestellt. Cellforce soll sich stattdessen auf Forschung und Entwicklung konzentrieren. Informationen zu möglichen Abfindungen liegen bislang nicht vor.
Die Pläne einer großen Batteriezellfertigung, zu denen ein zweiter, größerer Standort gehörte, werden nicht weiter verfolgt, wie Porsche bekanntgab. Die ursprünglich veranschlagte Erweiterung scheitert an der fehlenden internationalen Nachfrage. Vorstand Michael Steiner betonte, dass sich die Marktbedingungen für Elektrofahrzeuge drastisch geändert haben, wodurch das Geschäftsmodell nicht mehr wirtschaftlich umzusetzen sei.
Porsche wollte durch die Eigenproduktion von Batteriezellen an der Spitze der Elektromobilität stehen. Millionen Euro wurden in das Projekt investiert, unterstützt durch Fördertöpfe von Bund und Land. Erhebliche Abschreibungsverluste von 295 Millionen Euro für Produktionsanlagen treffen den Konzern nun schwer. Aufgrund der langsamen Entwicklung des Elektromobilitätsmarktes zieht es Porsche nun in Betracht, wieder stärker in die Entwicklung neuer Verbrennungsmotoren zu investieren.

