Polizeigewerkschaft warnt vor erhöhter Belastung: Mehr Polizeikräfte gefordert
Die Polizeigewerkschaft GdP schlägt Alarm über die gestiegene Arbeitsbelastung von Polizeibeamten in Deutschland. Laut einer aktuellen Befragung sind die Beamten erheblichen psychischen Anforderungen ausgesetzt, die das Sicherheitsgefüge im Land gefährden könnten. Zusätzliche Herausforderungen stellen verstärkte Grenzkontrollen dar, die einen beachtlichen Ressourceneinsatz erfordern. "Die Polizei wird von immer neuen politischen Vorgaben der Bundesregierung und des Innenministeriums angetrieben," betonte Hagen Husgen, Mitglied des GdP-Bundesvorstands, in einem Interview mit dem "Münchner Merkur".
Die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, zeichnen ein klares Bild der Belastung: Rund 50 Prozent der befragten Polizeibeamten sehen sich regelmäßig Konflikten ausgesetzt, was im Vergleich zu einem Durchschnitt von 14 Prozent in anderen Branchen erheblich höher liegt. Darüber hinaus berichteten 18 Prozent von beleidigendem oder respektlosem Verhalten ihnen gegenüber, während der Durchschnitt hier bei 10 Prozent liegt.
Besonders alarmierend ist, dass 55 Prozent der Polizeibeamten angaben, bei ihrer Arbeit häufig ihre Emotionen unterdrücken zu müssen, verglichen mit nur 26 Prozent in anderen Berufen. Diese konstant hohe psychische Belastung führt laut Husgen immer öfter zu Langzeiterkrankungen und Arbeitsausfällen, die die Belastbarkeit der Polizei zunehmend strapazieren. Aktuell seien mindestens 20.000 zusätzliche Polizeikräfte erforderlich, um die bestehenden Aufgaben zufriedenstellend erfüllen zu können. Husgen warnte, dass der Punkt nahe sei, an dem die verbliebenen gesunden Beamten das Ausfallen ihrer erkrankten Kollegen nicht mehr kompensieren könnten.

