Politisches Erdbeben: Merz verfehlt Kanzlerschaft im ersten Anlauf
Friedrich Merz, der CDU-Vorsitzende, muss nach einem fehlgeschlagenen ersten Wahlgang zur Wahl des Bundeskanzlers auf einen zweiten Anlauf hoffen. Eine erneute Abstimmung im Bundestag soll heute um 15.15 Uhr stattfinden, wie aus Fraktionskreisen bekannt wurde. Im Vormittagsvotum verpasste Merz mit 310 Stimmen die erforderliche Mehrheit von 316 Stimmen nur knapp.
Die Regierungsfraktionen von CDU/CSU und SPD verfügen zusammen über 328 Sitze, was die Frage nach den sogenannten „Abweichlern“ aufwirft. Aufgrund der geheimen Wahl bleibt unklar, wer von der vorgegebenen Linie abwich. Dieses politische Missgeschick ist ein bedeutendes Debakel für den 69-jährigen Merz und wirft Fragen über die Stabilität seiner potenziellen Kanzlerschaft auf – falls diese noch zustande kommt.
Historisch ist das Szenario einmalig, denn es ist das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik, dass ein designiertes Regierungsoberhaupt nach abgeschlossenen Koalitionsverhandlungen bei der entscheidenden Parlamentswahl scheitert. Die genaue Ursache für die fehlenden Stimmen ist unklar, obwohl sowohl CDU/CSU als auch SPD erklärt hatten, vollständig vertreten zu sein. Mindestens 18 Abgeordnete stimmten nicht für Merz; möglicherweise votierten sogar einige aus der Opposition für ihn.

