Politische Spannungen in Frankreich: Anleihemärkte bleiben stabil
Die deutsche Anleihemärkte zeigen sich unbeeindruckt von den politischen Unruhen im benachbarten Frankreich. So verzeichnete der maßgebliche Euro-Bund-Future lediglich einen leichten Anstieg um 0,04 Prozent und notierte am Nachmittag bei 128,53 Punkten. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen verharrte bei 2,72 Prozent.
Wenig Aufwind erhielten die Anleihen von den enttäuschenden deutschen Auftragsdaten. Hier verzeichnete der August einen Rückgang um 0,8 Prozent gegenüber dem Vormonat, während Prognosen ein Wachstum von 1,2 Prozent vorausgesagt hatten. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, erklärte: "Angesichts der aktuellen Handelskonflikte kämpft die deutsche Industrie mit Herausforderungen. Das Jahreswachstum wird wohl nur gering ausfallen."
Trotz des politischen Durcheinanders in Frankreich bleibt der Einfluss auf die Anleihemärkte gering. Allerdings registrierten französische Staatsanleihen steigende Renditen, was zu einer Vergrößerung des Spreads gegenüber deutschen Anleihen führte. Der unerwartete Rücktritt des französischen Premierministers Sébastien Lecornu erhöht den Druck auf Präsident Emmanuel Macron erheblich, während die Opposition erneut energisch Macrons Rücktritt fordert.
Übergangsweise soll Lecornu noch bis Mittwochabend Gespräche mit den politischen Lagern führen, um eine Lösung für die Krise zu finden. Doch eine Einigung scheint bislang nicht in Sicht.

