Playstation 6: 10x Ray Tracing Leistung bedeutet nicht 10x mehr FPS – Insider klärt auf
Gerüchte um die Ray Tracing-Performance der PlayStation 6 machen die Runde, doch ein Industrie-Insider dämpft nun die überzogenen Erwartungen. Was bedeutet eine angeblich zehnfache Ray-Tracing-Leistung wirklich für die Bildrate, und warum vergleichen manche Äpfel mit Birnen?
Ein Missverständnis mit Zahlen
Spekulationen rund um die nächste Konsolengeneration von Sony deuteten darauf hin, dass die PS6 bis zu zehnmal bessere Ray-Tracing-Leistung als die PS5 bieten könnte. Doch Industrie-Insider KeplerL2 hat auf den NeoGAF-Foren klargestellt, dass dies nicht den Effekt hat, den viele erwarten. Das Missverständnis geht laut dem Leaker auf den YouTuber Moore’s Law is Dead zurück, der AMD-Dokumente fehlinterpretiert. Die Annahme, ein Chip mit zehnfacher Leistung bedeute automatisch zehnfache Bildrate, ist schlichtweg falsch. Vergleiche mit einer RTX 5090 würden keinen Sinn ergeben, da die Ray-Tracing-Leistung nur einen Teil der Gesamtperformance ausmacht.
Die Realität hinter den Zahlen
Um die tatsächlichen Auswirkungen zu verdeutlichen, zog KeplerL2 Leistungsdaten von Assassin’s Creed Shadows heran. Die PS5 benötigt etwa 5 Millisekunden, um ein Bild mit Ray Tracing zu generieren. Mit der angeblich zehnfachen RT-Leistung der PS6 würde sich dieser Wert auf etwa 1,35 Millisekunden verringern. Das Ergebnis: Statt durchschnittlich 33,33 FPS auf der PS5 wären auf der PS6 etwa 103,3 FPS möglich – also rund das 3,1-fache der Bildrate. Auch bei anspruchsvolleren Szenen mit Path Tracing würde der Unterschied größer ausfallen, doch da Rasterisierung und Compute weiterhin über 50 Prozent der Frame-Zeit beanspruchen, käme man nirgendwo nahe an eine Verzehnfachung der FPS.
Was bedeutet das für die PS6?
Die Erkenntnis ist ernüchternd, aber wichtig für realistische Erwartungen. Eine zehnfache Ray-Tracing-Leistung ist beeindruckend, führt aber nicht automatisch zu zehnfacher Bildrate. Für Spieler bedeutet dies dennoch einen spürbaren Sprung: Stabile 100 FPS statt 30 FPS wären ein enormer Fortschritt. Auch spekulierte Pläne für eine günstigere PS6-Variante mit der Canis-APU aus dem PS6-Handheld stuft KeplerL2 als unwahrscheinlich ein. Die APU sei auf energiesparende Bibliotheken optimiert und lasse sich nicht einfach übertakten. Wahrscheinlicher sei eine stromsparende Version der Orion-APU, die auch in der PS6-Konsole zum Einsatz kommt.


