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Frankreich-Notenbankchef warnt: 23 Prozent der Firmen planen Preiserhöhungen

18. April 2026, 12:00 Uhr · Quelle: InvestmentWeek
Frankreich-Notenbankchef warnt: 23 Prozent der Firmen planen Preiserhöhungen
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Im März wollten elf Prozent erhöhen, im April 23 Prozent. Villeroy de Galhau warnt vor steigender Inflation. EZB-Investoren erwarten drei Zinserhöhungen bis Jahresende.
Im März wollten nur elf Prozent erhöhen, im April sind es 23 Prozent. Unsicherheit auf Niveau von 2022 nach Ukraine-Invasion. Villeroy de Galhau fordert Wachsamkeit. EZB-Investoren erwarten drei Zinserhöhungen bis Jahresende. Irankrieg treibt Öl- und Kunststoffpreise.

Frankreichs Notenbankchef François Villeroy de Galhau hat vor steigender Inflation gewarnt. Eine monatliche Unternehmensumfrage der Banque de France zeigt, dass sich aufgrund des Irankriegs der Anteil der Firmen, die im laufenden Monat die Preise erhöhen wollen, verdoppeln wird. Das ist kein gutes Zeichen. Was im März noch bei elf Prozent lag, steht im April bei 23 Prozent. Das ist eine Verdopplung binnen eines Monats – und ein klares Signal, dass die Inflation zurückkehrt.

Die Befragung von rund 8.500 Unternehmen zeigt zudem, dass die Unsicherheit auf ein Niveau gestiegen ist, das seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 nicht mehr erreicht wurde. Hintergrund sind Sorgen über steigende Kosten und Lieferengpässe. Die Unternehmen spüren den Druck – und geben ihn weiter an die Kunden.

Im März elf Prozent, im April 23 Prozent – Verdopplung binnen eines Monats

Während die Unternehmen berichten, dass sich die tatsächliche wirtschaftliche Aktivität im März besser entwickelt hat als erwartet, planen im April 23 Prozent Preiserhöhungen, nachdem es im März nur elf Prozent waren. „Dies ist offensichtlich ein Punkt, den wir sorgfältig beobachten müssen", sagte Villeroy in einem Video auf LinkedIn. „Diese Umfrage stützt die Einschätzung der Banque de France, dass das Wachstum widerstandsfähig bleiben dürfte, die Inflation jedoch unsere Wachsamkeit erfordert."

Das ist diplomatisch formuliert. Übersetzt heißt es: Die Inflation kommt zurück, und wir können sie nicht stoppen. Die Unternehmen erhöhen die Preise, weil die Kosten steigen. Die Kosten steigen, weil Öl teurer wird, weil Lieferketten gestört sind, weil der Irankrieg die Weltwirtschaft durcheinanderbringt. Die Zentralbank kann zuschauen – oder die Zinsen erhöhen. Beides ist unbefriedigend.

EZB wägt ab – Investoren erwarten drei Zinserhöhungen bis Jahresende

Die Ratsmitglieder der Europäischen Zentralbank wägen derzeit ab, wie stark die steigenden Ölpreise auf die Gesamtwirtschaft durchschlagen dürften und ob die Geldpolitik als Reaktion darauf gestrafft werden muss. Seit Beginn des Kriegs haben Investoren ihre Erwartungen an Zinserhöhungen deutlich erhöht. Bis zum Jahresende werden inzwischen nahezu drei Schritte eingepreist.

Drei Zinserhöhungen bis Jahresende – das wäre eine massive Straffung. Die EZB hatte die Zinsen gerade erst gesenkt, um die Wirtschaft zu stützen. Jetzt muss sie sie möglicherweise wieder erhöhen, um die Inflation zu bekämpfen. Das ist die klassische Zwickmühle. Niedrige Zinsen stützen die Wirtschaft, aber befeuern die Inflation. Hohe Zinsen bremsen die Inflation, aber würgen die Wirtschaft ab.

Inflation bislang auf Energie beschränkt – Kernpreise stabil

Die beschleunigte Inflation beschränkt sich bislang weitgehend auf den Energiesektor, während sich die Kernpreise für Güter und Dienstleistungen kaum verändert haben. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sagte im vergangenen Monat, die Notenbank werde die Preiserwartungen der Unternehmen „besonders aufmerksam" verfolgen.

Das ist die Hoffnung. Solange die Inflation nur bei Energie bleibt, ist sie verkraftbar. Doch sobald sie auf Güter und Dienstleistungen übergreift, wird es gefährlich. Dann steigen die Löhne, dann steigen die Preise, dann steigen die Löhne wieder – die Lohn-Preis-Spirale dreht sich. Genau das will die EZB verhindern. Doch ob sie es kann, ist unklar.

Banque de France: Erhöhungen bleiben moderat – begrenzte Weitergabe

Gleichzeitig erklärte die Banque de France, dass trotz deutlich mehr geplanter Preiserhöhungen infolge steigender Kosten für Öl und Kunststoffe die meisten Anpassungen moderat ausfallen dürften. „Eine große Mehrheit stuft die erwarteten Erhöhungen als moderat ein, was auf eine begrenzte Weitergabe hindeutet."

Das ist Beschwichtigung. Die Banque de France sagt: Ja, die Preise steigen. Aber nicht viel. Die Unternehmen geben die Kosten nicht voll weiter. Das mag stimmen – heute. Doch sollten die Ölpreise weiter steigen, sollte der Irankrieg eskalieren, sollten die Lieferketten weiter gestört bleiben, werden die Unternehmen keine Wahl haben. Dann steigen die Preise massiv. Und dann ist die Inflation zurück.

Finanzen / Wirtschaft / Inflation / EZB / Preiserhöhungen / Irankrieg / Unternehmen
[InvestmentWeek] · 18.04.2026 · 12:00 Uhr
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