Hermès-Umsatz schrumpfte um 1,4 Prozent – Iran-Krieg vertreibt Touristen aus Frankreich
Der französische Luxuskonzern Hermès hat zum Jahresauftakt die Folgen des Iran-Krieges zu spüren bekommen. Vor allem die Geschäfte in Frankreich entwickelten sich schlechter, denn wegen der militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten kamen weniger Touristen in das Land. An der Börse gab die Aktie auf die Nachrichten im vorbörslichen Handel nach.
Im ersten Quartal schrumpfte der Umsatz im Jahresvergleich um 1,4 Prozent auf knapp 4,1 Milliarden Euro, wie das EuroStoxx-50-Schwergewicht am Mittwoch in Paris mitteilte. Bereinigt um die Folgen des starken Euro legte der Erlös um 5,6 Prozent zu. Damit verfehlte der Hersteller von Produkten wie Birkin- und Kelly-Taschen die Erwartungen der Experten.
Frankreich-Geschäft schwächelt – Touristen bleiben wegen Iran-Krieg weg
Hermès hatte zuletzt als Ausnahme im krisengeschüttelten Luxussektor gegolten. Während LVMH 40 Prozent Börsenwert verlor und Kering um denselben Prozentsatz abstürzte, hielt sich Hermès vergleichsweise stabil. Doch jetzt zeigt sich: Auch der französische Traditionskonzern ist nicht immun gegen globale Krisen.
Der Iran-Krieg trifft Hermès auf mehrfache Weise. Erstens: Weniger Touristen kommen nach Frankreich, weil Reisen als unsicher gelten. Zweitens: Wohlhabende Kunden aus dem Nahen Osten kaufen weniger, weil ihre Vermögen durch den Krieg belastet sind. Drittens: Die Unsicherheit dämpft generell die Kauflust für Luxusgüter.
Währungsbereinigt plus 5,6 Prozent – doch nominal minus 1,4 Prozent
Bereinigt um die Folgen des starken Euro legte der Erlös um 5,6 Prozent zu. Das klingt besser, als es ist. Währungsbereinigtes Wachstum ist eine statistische Größe – Anleger interessieren sich für nominale Zahlen. Und nominal schrumpfte Hermès um 1,4 Prozent. Das ist das erste Mal seit Jahren, dass der Konzern rückläufige Umsätze meldet.
Der starke Euro macht Hermès-Produkte im Ausland teurer. Eine Birkin-Tasche kostet in den USA plötzlich mehr Dollar als vor einem Jahr – obwohl der Euro-Preis gleich blieb. Das dämpft die Nachfrage, besonders in Märkten wie den USA, wo Konsumenten preissensibel sind.
Analysten enttäuscht – Erwartungen verfehlt
Damit verfehlte der Hersteller von Produkten wie Birkin- und Kelly-Taschen die Erwartungen der Experten. Die Analysten hatten mit einem stärkeren Wachstum gerechnet, weil Hermès in der Vergangenheit selbst in schwierigen Zeiten wuchs. Die Enttäuschung ist groß – und die Börse reagiert sofort.
Die Aktie gab vorbörslich nach. Wie stark, ist noch unklar – doch der Trend ist klar. Hermès verliert an Schwung. Die Knappheitsstrategie funktioniert noch, aber sie reicht nicht mehr aus, um externes Chaos zu kompensieren. Wenn Touristen wegbleiben, Kunden verunsichert sind, Währungen schwanken – dann schrumpft auch Hermès.
Hermès bleibt stark – doch der Luxusmarkt verzeiht nicht mehr
Hermès ist immer noch besser positioniert als LVMH oder Kering. Die Knappheitsstrategie schützt die Margen, die Wartelisten halten die Nachfrage hoch, die Marke bleibt unangefochten. Doch auch Hermès kann sich nicht von globalen Krisen abkoppeln. Der Luxusmarkt ist nicht kaputt – aber er hat aufgehört zu verzeihen.
Die Frage ist: Wie lange hält Hermès durch? Sollte der Iran-Krieg eskalieren, sollten die Touristenzahlen weiter sinken, sollten die Konsumenten noch vorsichtiger werden – dann könnte auch Hermès in die Margenfalle rutschen. Noch ist das nicht der Fall. Doch die Warnsignale sind da.
Fazit – Hermès trifft die Realität
Hermès galt als krisensicher. Jetzt zeigt sich: Auch der französische Traditionskonzern ist verwundbar. Der Iran-Krieg vertreibt Touristen, der starke Euro dämpft die Nachfrage, die Unsicherheit belastet. Minus 1,4 Prozent nominal – das ist das erste Warnsignal. Sollte sich der Trend fortsetzen, wird auch Hermès leiden.


