Pilotenstreik bei Lufthansa: Gewerkschaft gibt grünes Licht
Die nächste Streikwelle kündigt sich am Horizont an: Die Lufthansa-Piloten haben sich mehrheitlich für einen Arbeitskampf entschieden, wie die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) verlauten ließ. Obwohl ein Zeitpunkt für den Streik noch offen ist, signalisierte die Schwäche der Lufthansa-Aktien, die um mehr als 4 Prozent fielen, schon Vorab-Spannungen auf den Finanzmärkten.
Details zu den Streikplänen werden von der Tarifkommission der Gewerkschaft festgelegt. Bisherige umfassende Streiks führten bei der Lufthansa zu nahezu vollständigen Flugausfällen. Bei der Urabstimmung betrug die Beteiligung beachtliche 90 Prozent der Piloten, wobei eindrucksvolle 88 bis 96 Prozent für die Streikmaßnahmen stimmten.
Die Pilotenschaft der Lufthansa sieht sich angesichts gescheiterter Verhandlungen über die Betriebsrenten, zuletzt am Verhandlungstisch, in einem noch ungelösten Tarifkonflikt gefangen. Kern des Disputs ist die Forderung nach einer erheblichen Erhöhung des Arbeitgeberanteils zur Altersvorsorge, die von 13 auf 39 Prozent steigen sollte. Dies wurde im Laufe intensiver Gespräche bereits reduziert, ohne jedoch einen Durchbruch zu erzielen.
'Die Altersvorsorge ist für die Lebensplanung unserer Mitglieder unverzichtbar', so Arne Karstens von der VC. Der Lufthansa-Vorstand strebt parallel eine Neupositionierung an, bei der ein Großteil der Kurz- und Mittelstreckenflüge ab 2030 von anderen Flugbetrieben durchgeführt werden soll. Diese strategische Ausrichtung stößt jedoch auf Widerstand der Arbeitnehmervertreter, denn die damit einhergehende Verlagerung bedroht bestehende Arbeitsplätze innerhalb des Lufthansa-Konzerns. Ufo, die Vertretung der Flugbegleiter, hat ebenfalls ihre Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt.

