PHP setzt sich in milliardenschwerem Bieterwettstreit um NHS-Immobilien durch – Wettbewerbsprüfung eingeleitet
Mit 63 Prozent Zustimmung haben die Aktionäre des britischen Immobilienkonzerns Assura den Zusammenschluss mit dem börsennotierten Rivalen Primary Health Properties (PHP) gebilligt. Das Votum beendet einen monatelangen Übernahmekampf, in dem ein von KKR und Stonepeak geführtes Konsortium vergeblich um Assuras Portfolio von mehr als 600 Arztpraxen, Behandlungszentren und medizinischen Einrichtungen geworben hatte.
Ursprünglich hatte das Assura-Board die Offerte der Private-Equity-Bieter befürwortet, wechselte jedoch später auf die Seite von PHP. Trotz eines kurzfristigen Vorstoßes von KKR, den Wert seines Angebots herauszustellen, setzte sich PHP durch – auch wenn der Kursrückgang der eigenen Aktie den Wert des kombinierten Bar- und Aktiendeals unter die ursprünglichen 1,8 Mrd. Pfund drückte.
Ein zentrales Argument für viele Großaktionäre wie Schroders, Allianz Global Investors oder Baillie Gifford war, dass Assura durch den Zusammenschluss börsennotiert bleibt. Die Befürchtung: Ein Verkauf an Private Equity hätte eine Dekotierung zu einem als zu niedrig empfundenen Preis bedeutet.
Wenige Tage vor dem Votum hatte jedoch die britische Competition and Markets Authority (CMA) eine vorläufige Verfügung erlassen, die den Vollzug der Fusion einfriert. Die Behörde prüft mögliche wettbewerbsrechtliche Probleme. PHP erklärte, dies sei ein „geplanter, konventioneller und notwendiger Schritt“ im Verfahren und die Offerte sei nicht von einer CMA-Freigabe abhängig.
Das Ringen um Assura gilt als Signal für eine mögliche Belebung des britischen Immobilientransaktionsmarktes. Nach massiven Wertverlusten seit 2022 – ausgelöst durch steigende Zinsen und zurückgehaltene Investitionen – handeln börsennotierte Immobiliengesellschaften teils deutlich unter Buchwert. Kleinere Anbieter stehen unter wachsendem Druck, sich zusammenzuschließen oder zu verkaufen.

