Pharmagiganten erzwingen Einigung: Günstigere Medikamente in den USA
Die langanhaltende Unsicherheit für Roche und Novartis bezüglich der zukünftigen Medikamentenpreise in den USA ist endlich vorüber. Beide Schweizer Pharmaunternehmen haben sich neben sieben weiteren internationalen Firmen erfolgreich mit der US-Regierung auf reduzierte Preise für verschreibungspflichtige Medikamente geeinigt. Zu den weiteren beteiligten Unternehmen gehören Größen wie Bristol-Myers Squibb, Gilead Sciences, Boehringer Ingelheim, Amgen, GSK, Sanofi und Merck & Co.
Das Tochterunternehmen Roche-Genentech kündigte an, dass sein Influenza-Portfolio zukünftig über die staatliche Plattform TrumpRx.gov sowie über ein neues Direkt-an-Patienten-Programm verfügbar sein wird, um den Zugang zu seinen Medikamenten zu erleichtern. Auch Novartis zeigt sich bereit, die Prioritäten der US-Regierung zu unterstützen, indem es neue Medikamente in Hochlohnländern zu vergleichbaren Preisen anbietet und eigene Plattformen bereitstellt.
Zusätzlich plant Novartis die Teilnahme am sogenannten Generous-Modell zur Verbesserung des Zugangs zu Medikamenten im Medicaid-Programm. Als Gegenleistung erhalten beide Konzerne eine dreijährige Zollbefreiung auf ihre Produkte in den USA.
Beide Unternehmen unterstreichen zudem ihre Investitionsvorhaben in den USA. Genentech setzt auf Milliardeninvestitionen in Forschung, Entwicklung und Produktion, gestützt durch eine angekündigte Investition von 50 Milliarden US-Dollar und den Bau einer neuen Produktionsanlage in North Carolina. Novartis plant ebenfalls, über fünf Jahre 23 Milliarden US-Dollar in die USA zu investieren, mit neuen Einrichtungen in Kalifornien, Florida und Texas.
Die Einigung beendet eine Zeit der Unsicherheit, die schon andere Pharmariesen wie Pfizer oder AstraZeneca zu Zugeständnissen bewegt hat. Sie passt in den Kontext der Handels- und Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump, der mit potenziellen zukünftigen Zöllen auf Arzneimittel drohte, um die hohen Medikamentenpreise zu senken.
Für die Schweizer Unternehmen bleibt der US-Markt von zentraler Bedeutung; bei Novartis stammen über 40 Prozent des Umsatzes aus den USA, während es bei Roche fast die Hälfte ist. Die Einigung reiht sich nahtlos in ein kürzlich erzieltes Handelsabkommen zwischen der Schweiz und den USA ein, das bereits zu einer Senkung der Zölle auf Schweizer Importe führte.

