Pharmabranche im Aufwind: Sondereffekte beflügeln Umsätze und Investitionen
Die deutsche Pharmabranche zeigt sich inmitten wirtschaftlicher Herausforderungen als robust und wachstumsstark. Dank spezifischer Sondereffekte im internationalen Handel erwartet die Branche bis 2025 eine signifikante Steigerung ihrer Produktion und Umsätze. Der Verband Forschender Pharmaunternehmen (VFA) prognostiziert für dieses Jahr ein Produktionswachstum von 3,2 Prozent – ein entscheidender Kontrast zur allgemein rückläufigen Entwicklung in der deutschen Industrie, die um 1,7 Prozent schrumpfen soll. Parallel dazu werden die Investitionen der Pharmaunternehmen um 2,7 Prozent zunehmen, begleitet von einem Umsatzanstieg von 3,4 Prozent. Diese positiven Entwicklungen schlagen sich auch leicht auf den Arbeitsmarkt nieder.
Ein maßgeblicher Treiber dieses Wachstums ist der Handelskonflikt mit den USA unter der Administration von Präsident Donald Trump. Die Drohung mit hohen Zöllen führte dazu, dass deutsche Pharmakonzerne ihre Exporte über den Atlantik beschleunigt erhöhten, was zu einem temporären Produktions- und Exportboom führte. Der VFA berichtet, dass die jüngsten hohen Exportvolumina nun ausgeglichen werden, indem Lieferungen in andere Märkte nachgeholt werden, die zuvor zugunsten der USA zurückgestellt wurden. Dabei wird für 2026 ein leichter Umsatzrückgang von 0,7 Prozent erwartet.
Die USA sind für die deutsche Pharmaindustrie ein unverzichtbarer Exportmarkt, etwa ein Viertel der Exporte fließt in die Vereinigten Staaten. Trotz der Ankündigung von drohenden 100-Prozent-Pharmazöllen auf europäische Produkte bleibt die EU von der US-Regierung verschont, die eine Zollobergrenze von 15 Prozent vorsieht. Dennoch bleibt der politische Druck auf die Pharmakonzerne hoch, um den hohen Arzneimittelpreisen in den USA entgegenzuwirken.
Konzerne wie Roche, Novartis und Sanofi haben bereits milliardenschwere Investitionen in den USA angekündigt, auch Merck aus Darmstadt kooperiert mit der Trump-Regierung. Der VFA bleibt optimistisch, dass trotz dieser internationalen Verlagerung der Fokus auf den US-Markt die Investitionen in Deutschland weiter zunehmen werden, selbst wenn einige Projekte zeitweise zugunsten der USA priorisiert werden.

