Pflegereform: Debatte um Abschaffung des Pflegegrads 1 in der Koalition
In der politischen Landschaft bahnt sich eine kontroverse Diskussion an: Führende Vertreter von Union und SPD erwägen laut einem Bericht der 'Bild' die Abschaffung des Pflegegrads 1. Diese Überlegung ist die Antwort auf die wachsenden finanziellen Schwierigkeiten innerhalb der Pflegeversicherung. Offizielle Statements blieben jedoch bislang aus, lediglich das Bundesgesundheitsministerium äußerte sich verhalten. Eine Sprecherin verwies auf eine Arbeitsgruppe von Bund und Ländern, die derzeit an Reformvorschlägen für eine stabile Finanzierung der Pflegeversicherung arbeitet.
Die Analyse dieser Arbeitsgruppe bezieht sich umfassend auf alle finanziellen Aspekte der sozialen Pflegeversicherung. Dabei stehen auch die Pflegegrade und deren künftige Ausgestaltung zur Debatte. Eine offene Diskussion in der Kommission sei essentiell, hieß es, weshalb konkrete Ergebnisse noch nicht festgelegt seien. Erste Einblicke in die Entwicklungen werden für Oktober erwartet.
Aktuell profitieren 861.000 Menschen innerhalb der insgesamt 4,8 Millionen pflegebedürftigen Personen von den Leistungen des Pflegegrads 1, der für geringe Beeinträchtigungen steht. Angehörigen werden Pflegekurse kostenfrei angeboten, ebenso werden finanzielle Zuschüsse für barrierefreie Umbauten oder Pflegehilfsmittel gewährt. Zudem erhalten Betroffene monatlich bis zu 131 Euro als Entlastungsbetrag für unterstützende Dienstleistungen wie Pflegedienste.
Angesichts der demografischen Veränderungen und der steigenden Anzahl an Pflegebedürftigen ist das Thema der finanztechnischen Defizite der Pflegeversicherung von brennender Aktualität. Die im Sommer formierte Bund-Länder-Arbeitsgruppe soll nun zügig Reformvorschläge präsentieren, die im kommenden Jahr in ein Gesetzgebungsverfahren münden könnten.

