Pendlerdynamik: Immer mehr Berufstätige zieht es in deutsche Großstädte
Eine anhaltende Pendlerwelle aus deutschen Vororten und kleineren Gemeinden spiegelt sich in aktuellen Zahlen wider. 20,59 Millionen Berufstätige arbeiteten nach den neuesten Daten des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung fernab ihres Wohnorts. Das bedeutet ein Anstieg von 110.000 gegenüber dem Vorjahr. Besonders eindrucksvoll zeigt sich der Trend bei fast sieben Millionen Menschen, die in eine der 80 deutschen Großstädte pendeln, was einem Zuwachs von 80.000 Personen entspricht.
München behauptet seinen Spitzenplatz als unangefochtene Pendlerhauptstadt mit 458.400 externen Arbeitnehmern, während Frankfurt am Main mit 415.600 Pendlern – trotz geringerer Einwohnerzahl – ebenfalls stark auftrumpft. Auf den Plätzen folgen Berlin mit 398.900, dicht gefolgt von Hamburg mit 396.300 und Köln mit 317.000 Pendlern.
Die detaillierten Bewegungsdaten der Berufstätigen, wie etwa die Frequenz der Bürotage oder genutzte Verkehrsmittel, bleiben unerfasst. Der zunehmende Trend zum Homeoffice zeigt sich jedoch in einer heimischen Arbeitsquote von etwa 25 Prozent. Das durchschnittliche Pendelstrecke beläuft sich auf 17,2 Kilometer pro einfache Fahrt, wobei rund vier Millionen Berufspendler über 50 Kilometer und über zwei Millionen mehr als 100 Kilometer zurücklegen.
Knapp die Hälfte der Beschäftigten arbeiten nun in Großstädten, was laut BBSR-Experte Thomas Pütz auf deren starke Anziehungskraft als Arbeitsmärkte zurückzuführen ist. Dies bringt jedoch unvermeidbare Auswirkungen auf Verkehr, Umwelt und Lebensqualität mit sich. Die pandemiebedingten Veränderungen haben zudem den Wunsch nach Wohnraum im Umland angefacht, da hohe Miet- und Kaufpreise sowie die gestiegene Nutzung von Homeoffice zu einer Verlagerung der Wohnorte führen.

