Parteien im Verhandlungsmodus: Koalition gegen den Umfragetrend
Die Spitzenverhandler von CDU, CSU und SPD stehen unter Zugzwang. Angesichts der in Umfragen erstarkten AfD, die mittlerweile gleichauf mit der Union liegt, müssen zentrale Projekte einer möglichen schwarz-roten Koalition dringend finanziell gesichert werden. Saskia Esken, die Vorsitzende der SPD, unterstrich bei den Koalitionsgesprächen in der Berliner CDU-Zentrale die Notwendigkeit, konkrete und erfüllbare Vorhaben im Koalitionsvertrag festzuschreiben, um die AfD schwächen zu können. Führende Köpfe von CDU und CSU teilten ähnliche Ansichten.
Aktuellen Zahlen zufolge, die durch das Meinungsforschungsinstitut Insa erhoben wurden, hält die AfD nun in der Umfrage für die "Bild"-Zeitung 24 Prozent, gleichauf mit der Union. Die Union verliert im Vergleich zur Vorwoche zwei Prozentpunkte, während die AfD um einen Punkt zulegt. Diese Entwicklungen gelten laut Umfrage als bisheriger Bestwert für die AfD. Bei der Wahl am 23. Februar errang die Union 28,5 Prozent, während die AfD mit 20,8 Prozent den zweiten Platz belegte.
Esken äußerte, bereits mit Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung Fortschritte erzielt zu haben, dennoch müsse die Stabilität der Rente gesichert, sowie Bildung und Betreuung gerechter gestaltet werden. Die Sicherung der Daseinsvorsorge, insbesondere im Hinblick auf Arbeitsplätze, sei ausschlaggebend dafür, den Menschen Sicherheit zu bieten und die AfD zu schwächen.
Ein optimistischer Ton schwingt durch die Worte von Thorsten Frei, dem Parlamentarischen Geschäftsführer der Unionsfraktion, der nächste Woche ein Verhandlungsergebnis erwartet. Das Ziel sei es, möglichst schnell und gut die Verhandlungen abzuschließen, um eine starke Regierung zu bilden, die die Herausforderungen des Landes bewältigen kann.
Alexander Dobrindt, Chef der CSU-Landesgruppe, zeigte ebenfalls Einigungsbereitschaft. Er betonte die Wichtigkeit, ein Koalitionsergebnis zu liefern, das die Erwartungen der Bürger erfüllt. Während Jens Spahn von der CDU anmerkte, dass die Umfragewerte Handlungsbedarf signalisieren, müsse das Vertrauen in die politische Führung massiv zurückgewonnen werden, um Stabilität und Wachstum zu sichern.

