OSZE-Bericht: Systematische Misshandlung ukrainischer Kriegsgefangener durch Russland
Ein neuer Bericht der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) offenbart erschütternde Befunde über den Umgang Russlands mit ukrainischen Kriegsgefangenen. Der Bericht, den 41 der 57 Mitgliedstaaten beauftragt haben, legt dar, dass systematische Folter und Hinrichtungen an der Tagesordnung stehen. Diese Verstöße gegen internationales Recht könnten, so die Schlussfolgerungen der Juristen aus Frankreich, Tschechien und Schweden, nicht nur als Kriegsverbrechen, sondern in einigen Fällen auch als Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestuft werden. Die Fachleute fordern daher Ermittlungen durch den Internationalen Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag, der bereits mutmaßliche Verschleppungen von ukrainischen Kindern und Angriffe auf zivile Ziele untersucht.
Die Berichte über den Einsatz brutaler Methoden sind zahlreich. Neben Schaufeln und Gewehrkolben kommen Elektroschocks und Hunde zum Einsatz. Fast die Hälfte der freigelassenen ukrainischen Soldaten berichtet von sexualisierter Gewalt. Obwohl der Bericht keine exakte Anzahl an vom Krieg betroffenen ukrainischen Soldaten nennt, wurde bekannt, dass das UN-Menschenrechtsbüro bis Mai 2025 über 194 Hinrichtungen auf dem Schlachtfeld Beweise oder glaubhafte Hinweise gesammelt hat. Weitere schlimme Vorfälle betreffen Tötungen in Gefangenenlagern.
Ein eindringliches Beispiel der Brutalität Russlands stellt die öffentliche Aufforderung ranghoher Militärkommandanten dar, denen zufolge Kriegsgefangene keinerlei Existenzberechtigung besitzen und 'gnadenlos' behandelt werden sollen. So wird auch Dmitri Medwedew, der Ex-Kreml-Chef, zitiert.
Seit Beginn des Konflikts im Februar 2022 sollen nach Schätzungen mindestens 13.500 ukrainische Soldaten in russische Gefangenschaft geraten sein. Von diesen wurden etwa 6.800 Soldaten freigelassen, während rund 6.300 weiterhin festgehalten werden. Der Bericht basiert auf den Aussagen ehemaliger Gefangener, Berichten internationaler Organisationen sowie anderen Beweismitteln. Eine Zusammenarbeit seitens Russlands blieb aus.

