Ende der Skisaison

Tödlicher Winter: Mindestens 135 Tote durch Lawinen

07. April 2026, 09:08 Uhr · Quelle: dpa
Lawinenunglück in Südtirol
Foto: -/Italienische Bergwacht/dpa
Immer wieder mussten diesen Winter Rettungsdienste ausrücken.
In vielen europäischen Skigebieten ist die Saison nach dem Osterwochenende vorbei. Die Lawinenwarndienste ziehen eine düstere Bilanz. Experten meinen, dass das auch mit dem Klimawandel zu tun hat.

Bozen (dpa) - In Europa sind in diesem Winter so viele Menschen durch Lawinen ums Leben gekommen wie seit Jahren nicht mehr. Nach einer offiziellen Statistik starben in den Alpen und in anderen europäischen Gebirgen seit Anfang Oktober mindestens 135 Menschen, weil sie unter Schneemassen verschüttet waren. Traditionell hört in vielen europäischen Skigebieten die Saison an Ostern auf. Auch am Wochenende gab es noch einmal einige Unglücke.

Besonders hart betroffen war in diesem Winter Italien, wo insgesamt 38 Lawinentote gezählt wurden - vor allem in Südtirol, das auch bei deutschen Alpinsportlern sehr beliebt ist. Dort ereignete sich auch das schlimmste Unglück: Beim Aufstieg zur 3.545 Meter hohen Vertainspitze im Ortler-Gebirge wurden Anfang November fünf Bergsteiger von Schneemassen mitgerissen und getötet. Alle fünf kamen aus Bayern. 

Fast doppelt so viele Tote wie im Winter 2024/25

Zum Vergleich: Im vorigen Winter 2024/25 gab es in Europa insgesamt 70 Lawinentote. Diese Saison waren es also fast doppelt so viele. Zuletzt wurden 2017/18 noch mehr Todesopfer gezählt: insgesamt 147. Die Statistik stammt vom European Avalanche Warning Service (EAWS), einem Zusammenschluss der nationalen Lawinenwarndienste verschiedener Länder. 

Den EAWS-Zahlen zufolge starben in Frankreich im Lauf der vergangenen Monate 31 Menschen durch Lawinen, in Österreich 30 und in der Schweiz 15. In Deutschlands Gebirgen gab es diesen Zahlen zufolge keine Todesopfer. Berücksichtigt wurden auch Unglücke, die sich außerhalb der Alpen ereigneten: zum Beispiel im Apennin in Italien oder weiter östlich in Europa in den Karpaten.

Über die Osterfeiertage ereigneten sich jedoch in einigen Gegenden weitere Unglücke. In der Schweiz stieg die Zahl der Lawinentoten nach Angaben des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) deswegen im Vergleich zu den EAWS-Daten (Stand: 26. Februar) auf 18. In Norwegen kamen am Ostermontag in Hemsedal zwei Menschen durch eine Lawine ums Leben.

Auch in Italien meldeten die Behörden über Ostern ein Unglück. So wurde an der 3.059 Meter hohen Grabspitze in Südtirol ein 37 Jahre alter Tourengeher erfasst. Der Mann war eineinhalb Meter tief unter Schnee begraben. Dank seines Ortungssenders wurde er verhältnismäßig schnell nach oben gebracht. Trotzdem musste er in kritischem Zustand ins Krankenhaus geflogen werden.

Experten vermuten Klimawandel als einen der Gründe

Als einer der Gründe für die höhere Zahl an Todesopfern wird von Experten der Klimawandel genannt. Demnach verändern sich die traditionellen saisonalen Rhythmen durch höhere Temperaturen, weshalb der Schnee nicht mehr so fest ist. Zudem verbinden sich Altschnee und Neuschnee nicht mehr so gut. Außerdem gebe es stärkere Winde, so dass sich oft gefährlicher Treibschnee ansammelt, heißt es. 

Hinzu kommt, dass Skitouren und Abfahrten außerhalb der präparierten Pisten seit einiger Zeit beliebter werden. Unter den Lawinentoten dieses Jahres waren ungewöhnlich viele Tourengeher. Insbesondere an Steilhängen in hochalpinem Gelände mahnen die Lawinenwarndienste zu großer Vorsicht.

Auch an Ostern noch einmal mehrere Unglücke

In den meisten europäischen Skigebieten ist die Saison nach dem Osterwochenende vorbei. In höheren Lagen und auf Gletschern ist Skifahren oft aber noch bis Anfang Mai möglich. Einige Gletschergebiete ermöglichen Abfahrten auch im Sommer.

Dringend empfohlen wird von Bergwacht, Alpenvereinen und anderen Experten, bei Touren in hochalpinem Gelände Schaufel, Sonde und ein Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS-Gerät) mit sich zu führen. Dies kann lebensrettend sein: Wenn eine Lawine zum Stillstand kommt, sind fast alle Verschütteten noch am Leben. Alles Weitere hängt dann davon ab, wie schnell man gefunden wird: Nach 15 Minuten werden 90 Prozent noch lebend gerettet. Danach nimmt die Zahl rapide ab.

Notfall / Unfälle / Lawinen / Klima / Italien / Österreich / Schweiz
07.04.2026 · 09:08 Uhr
[0 Kommentare]
Krüger-Nationalpark
Johannesburg (dpa) - Die Polizei in Südafrika hat Mordermittlungen nach dem Tod zweier Safari-Touristen im berühmten Krüger-Nationalpark aufgenommen. Ein 71-jähriger Mann und eine Frau, deren Identität noch ermittelt werde, wurden am Freitag mit schweren Verletzungen am Oberkörper im Norden des Parks gefunden, teilte die Polizei der Provinz Limpopo mit. […] (01)
vor 19 Minuten
Katie Price hat erklärt, dass sie ihren Ehemann Lee Andrews vermisst – neun Tage nach dessen Verschwinden.
(BANG) - Katie Price hat erklärt, dass sie ihren Ehemann Lee Andrews vermisst – neun Tage nach dessen Verschwinden. Das frühere Glamour-Model feierte seinen 48. Geburtstag am Freitag (22. Mai) allein und veröffentlichte in den sozialen Medien ein bewegendes Video mit Fotos von sich und Lee, der seit vergangener Woche nicht mehr gesehen wurde, als er […] (00)
vor 4 Stunden
Apple dominiert Smartphone-Weltmarkt im ersten Quartal 2026
Im ersten Quartal 2026 hat Apple mit dem iPhone die Führung auf dem weltweiten Smartphone-Markt übernommen. Dies berichtet das Marktforschungsunternehmen Counterpoint Research. Das Unternehmen zeichnete für 21 Prozent aller Auslieferungen verantwortlich und verbuchte im Vergleich zum Vorjahr ein […] (00)
vor 2 Stunden
Gothic Remake erscheint nicht vollständig auf Disc – Fans zeigen sich sauer
Am 5. Juni soll endlich das Gothic Remake erscheinen, das 2019 offiziell mit einem spielbaren Teaser angekündigt wurde. Kurz vor Release sorgt Publisher THQ Nordic nun bei manchen Fans allerdings für Unmut – insbesondere bei Sammlern. Denn die physische Ausgabe des Rollenspiels dürfte ohne Internet nicht vollständig installierbar sein. Wer die Disc- […] (00)
vor 1 Stunde
Lifetime setzt neuen True-Crime-Thriller mit Tia Mowry an
Mit «Single Black Tenant» kehrt Tia Mowry Ende Juni für eine weitere Produktion zum US-Sender Lifetime zurück. Der amerikanische Fernsehsender Lifetime baut seine Reihe „Ripped from the Headlines“ weiter aus und setzt dabei erneut auf Tia Mowry. Die Schauspielerin übernimmt in dem neuen Thriller Single Black Tenant nicht nur die Hauptrolle, sondern fungiert auch als ausführende Produzentin. […] (00)
vor 2 Stunden
Uli Hoeneß
München (dpa) - Uli Hoeneß hat die Kommunikation um die Nominierung des deutschen WM-Torwarts durch Bundestrainer Julian Nagelsmann bemängelt. «Das war nicht in Ordnung, nicht fair», sagte der 74 Jahre alte Ehrenpräsident des FC Bayern München im «Spiegel»-Spitzengespräch. Es sei ein Fehler gewesen, bereits im Frühjahr die Entscheidung zu verkünden, […] (00)
vor 2 Stunden
woman, crypto, bitcoin, digital, currency, coin, blockchain, happy, success, business
Der native Token von Ethereum hat die jüngste Korrektur am Kryptomarkt stark zu spüren bekommen und fiel heute auf etwas über $2.000, was den niedrigsten Stand seit fast zwei Monaten markiert. Seit seinem monatlichen Höchststand von $2.425 hat Ethereum 17% verloren, und das Gesamtbild erscheint recht bärisch. Obwohl Santiment Intelligence glaubt, dass […] (00)
vor 52 Minuten
Modellbau Utensilien professionell entfetten und reinigen
Mörfelden-Walldorf, 23.05.2026 (lifePR) - Modellbau Utensilien professionell entfetten und reinigen Jeder Modellbauer kennt das Problem: fettige Fingerabdrücke, Staub oder Schweiß auf empfindlichen Bauteilen. Gerade beim Kleben oder Lackieren ist eine absolut saubere Oberfläche entscheidend, damit die Arbeit gelingt und das Modell ein perfektes Finish […] (00)
vor 7 Stunden
 
Fleisch und Wurst im Supermarkt (Archiv)
München - Uli Hoeneß kümmert sich nach eigener Darstellung regelmäßig persönlich […] (03)
Pakistans Armeechef zu Gesprächen in Teheran
Teheran (dpa) - Inmitten neuer Verhandlungsbemühungen im Iran-Krieg hat der […] (01)
Mio Backhaus (Archiv)
Freiburg - Der SC Freiburg hat Torhüter Mio Backhaus von Werder Bremen verpflichtet. […] (02)
Hamburger Hafen (Archiv)
Berlin - Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) senkt ihre […] (01)
FRITZ! Labor – Fit für die Zukunft – die neuen Funktionen im FRITZ! Labor
FRITZ! startet ein neues FRITZ! Labor und lädt Anwender ein, das kommende FRITZ! OS […] (00)
Rot-Weiss Essen - SpVgg Greuther Fürth
Essen (dpa) - Rot-Weiss Essen hat sich in einem packenden Relegations-Hinspiel gegen […] (04)
Directive 8020 im Test: Horrorfilm und Videospiel in einem!
Directive 8020 ist ein Survival Horror Videospiel welches von Superm assive Games […] (00)
Als Geist: Jessica Ginkel feiert Rückkehr bei «Der Lehrer»
Nach sieben Jahren wird die Schauspielerin erstmals wieder in der Produktion zu sehen sein - […] (00)
 
 
Suchbegriff