Ostdeutscher Maschinenbau trotzt dem Bundestrend und verzeichnet Auftragsschub

Der Maschinenbau in Ostdeutschland hebt sich im Jahr 2025 positiv vom bundesweiten Trend ab, indem er ein bemerkenswertes Wachstum bei den Auftragseingängen verzeichnet. Während deutschlandweit die Bestellungen stagnieren, verzeichnete die Branche im Osten ein reales Plus von rund drei Prozent, wie der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) mitteilt. Wesentlich zu diesem Erfolg trug eine gesteigerte Nachfrage aus dem Ausland bei, insbesondere aus dem Euroraum, die zu einem Anstieg von vier Prozent führte.
Zusätzlich erfreuten sich die ostdeutschen Maschinen- und Anlagenbauer zum Jahresende über einen beachtlichen Auftragszuwachs aus dem Inland. Im Dezember stiegen die Inlandsbestellungen im Bereich Maschinen- und Anlagenbau im Vergleich zum Vorjahresmonat um eindrucksvolle 17 Prozent, was die positive Bilanz für 2025 abrundet.
Oliver Köhn, Geschäftsführer des VDMA Landesverbands Ost, warnt jedoch vor verfrühter Euphorie. "Die aktuellen Zahlen bilden zwar ein solides Fundament, sind jedoch kein Grund zur Entwarnung", betont Köhn. Um das Wachstum nachhaltig zu sichern, seien verbesserte regionale Standortbedingungen notwendig. Eine zügigere Abwicklung von Verwaltungsprozessen sei hierbei essenziell, um Verzögerungen bei Investitionen und Großprojekten durch aufwendige Genehmigungsverfahren zu vermeiden. Die Länder sollten die digitale Transformation ihrer Behörden beschleunigen.
Zudem müsse das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität genutzt werden, um dringend benötigte Investitionen in moderne Verkehrswege sowie Energie- und Logistikinfrastruktur zu tätigen. Nur so könne die Branche entlang der Wertschöpfungskette langfristig effizient und international wettbewerbsfähig bleiben. Insgesamt zählen rund 350 Unternehmen in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zum VDMA Landesverband Ost, die im Jahresdurchschnitt 2025 insgesamt 78.200 Menschen beschäftigten.

