Oracle plant den Wandel: Vom Softwareanbieter zum Infrastrukturdienstleister
Die jüngsten Quartalsergebnisse von Oracle leiten eine bedeutende Transformation für das Unternehmen ein. Historisch für seinen Softwareverkauf bekannt, markiert der aktuelle Weg einen Wechsel hin zu einem Anbieter von Infrastruktur im großen Stil. Hierbei misst sich der Fortschritt nicht mehr an Softwarenutzern, sondern an Megawattstunden. Bereits im aktuellen Bericht zeigte Oracle eine beeindruckende Leistung: Die verbleibenden Leistungs- und Abnahmeverpflichtungen stiegen dramatisch auf 455 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 359 % im Vergleich zum Vorjahr.
Ein entscheidender Augenblick folgte, als das "Wall Street Journal" einen monumentalen Fünfjahresvertrag mit OpenAI im Wert von 300 Milliarden US-Dollar für 2027 verkündete. Diese Allianz verlangt Kapazitäten im Maße mehrerer Kraftwerke und erklärt den jüngsten Anstieg des Aktienkurses, obwohl die eigentlichen Umstiege von den soliden Finanzen des Unternehmens getrieben wurden.
Mit Blick auf die Zukunft liegt Oracles Erfolg in der Sicherstellung der erforderlichen Infrastruktur: Standorte, Genehmigungen, Stromzufuhr und eine reibungslose Verknüpfung großer Rechenleistung. Die Varianz im zukünftigen Geschäft hängt davon ab, ob Oracle als Dienstleister oder Versorger punkten kann. All das, vereint mit einer starken Abhängigkeit von einem zentralen Kunden wie OpenAI, zwingt Beide dazu, Hand in Hand ihren Wert zu steigern.
Oracles Strategie, durch Präpositionierung relevanter Technologie wie der Oracle Database in führenden Cloud-Angeboten wie Microsoft Azure, Google Cloud und jüngst AWS, bietet einen komfortablen Vorsprung. Es bleibt abzuwarten, ob die Vorleistungen in Gestalt solider Infrastruktur in den kommenden Jahren auch in produzierte und genutzte Rechenleistung umgemünzt werden. Der Markt glaubt zunächst an die angekündigten Entwicklungen und zeigt sich bereit, den Pfad zu einer Megawatt-basierten IT-Zukunft zu unterstützen.

