Optimismus trotz niedrigem Füllstand im größten Gasspeicher Deutschlands
Die aktuelle Situation des Gasspeichers in Rehden, der mit einem Reservevolumen von lediglich zwei Prozent glänzt, sorgt bei der Bundesregierung für keinen erhöhten Puls. Laut Wirtschaftsministerin Katherina Reiche sind die übrigen Speicher Deutschlands nämlich auf einem exzellenten Niveau gefüllt. Der Ausbau der LNG-Terminals und deren Infrastruktur trägt zudem essentielle Früchte: Die Versorgungssicherheit steht auf soliden Beinen.
Der Porenspeicher in Rehden, der allein ein Fünftel der deutschen Speicherkapazität einnimmt, bleibt unauffällig. Der Grund für seinen niedrigen Füllstand ist die hohe Liquidität im Energiesektor Norddeutschlands, gestützt durch flexible Kavernenspeicher, die eine höhere Füllgeschwindigkeit bieten. Diese Alternativen machen die Befüllung in Rehden momentan aus wirtschaftlicher Sicht überflüssig.
Die allgemeinen Füllstände der Gasspeicher weisen mit rund 50 Prozent jedoch auf einen Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren hin. Verantwortlich hierfür sind ein strenger Winter und atypische Preisentwicklungen im Gasmarkt, bei denen überraschend hohe Sommerpreise jegliche Einspeicherungsaktivitäten erschwerten. Inzwischen ist jedoch ein Anstieg der Einspeicherungsaktivitäten zu beobachten, so dass die Zielmarken der Gasspeicher-Füllstandsverordnung für November erreichbar scheinen.
Eine staatliche Intervention in Form einer Befüllung durch die Trading Hub Europe ist laut Reiche aufgrund der stabilen Gesamtlage nicht nötig. Dieses Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Ferngasleitungsnetzbetreiber bleibt dennoch ein Garant für die ordnungsgemäße Organisation des Gasmarktes.

