Optimismus an den US-Börsen wächst trotz vorheriger Verluste
Die US-Börsen stehen vor einem erneuten Aufschwung, nachdem der Handel am Donnerstag enttäuschend verlief. Vor Börsenbeginn deutet der IG Broker den Dow Jones Industrial um 0,6 Prozent höher, während der technologielastige Nasdaq 100 ein ähnliches Plus verzeichnet. Dennoch beläuft sich der Wochentrend auf Verluste von 2,4 beziehungsweise 3,2 Prozent, was die größten Abschläge seit den Zollerhebungen durch den ehemaligen Präsidenten Trump im April sein könnten.
Ursprünglich starteten die New Yorker Börsen nach positiven Geschäftszahlen von Nvidia stark. Selbst ein verhaltener US-Arbeitsmarktbericht für September beeinflusste die Stimmung zunächst kaum, obwohl er die Erwartungen an eine Zinssenkung der US-Notenbank dämpfte. Doch Kurskorrekturen drehten die Erholung in Verluste, besonders im Technologiesektor.
Investmentexperten sehen Sorgen über überzogene Bewertungen bei Künstlicher Intelligenz (KI) als einen Grund für die aktuelle Volatilität. Auch die Kursgewinne von Nvidia beeindruckten nur kurzfristig, so Analyst Hennig Oligmüller von der Landesbank Baden-Württemberg. Wohl auch bedingt durch finanzielle Belastungen bei Tech-Giganten wie Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft, nehmen Anleger vermehrt Gewinnmitnahmen vor, statt auf eine spätere Jahresendrally zu hoffen.
Sophie Huynh von BNP Paribas Asset Management zieht einen Vergleich zwischen Risikominderung und Blasenbildung. Ob künftige Wirtschaftsdaten die Märkte ankurbeln wird, bleibt abzuwarten, während die diesjährigen Kurssteigerungen weitere Investitionsrisiken bremsen könnten.
Eine Stabilisierung tritt indes im Halbleitersektor ein, wo Nvidia vorbörslich um 0,9 Prozent zulegt und auch Micron und AMD von einem möglichen Plus profitieren. Im Gegensatz dazu leiden Aktien im Kryptowährungssektor unter rückläufigen Preisen, wie der Marktanalyst Timo Emden feststellt. So gaben Strategy und Mara Holdings weiter nach. Positiv überrascht hingegen die Modekette Gap mit einem kräftigen Kursanstieg um 7,6 Prozent. Nach einem unerwartet hohen Umsatz und optimistisch angehobenen Jahreszielen profitiert Gap von einer deutlichen Erholung.

