Ölpreise verharren trotz unsicherer Wirtschaftslandschaft
Die Ölmärkte zeigen sich derzeit von beeindruckender Stabilität. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September stand zuletzt bei 69,43 US-Dollar – ein marginaler Rückgang von 15 Cent gegenüber dem Vortag. Ähnlich verhielt es sich mit der US-amerikanischen Sorte WTI zur Augustlieferung, deren Preis um 24 Cent auf 67,69 US-Dollar sank.
Inmitten eines durch Unsicherheit geprägten wirtschaftlichen Umfelds, geprägt von den unberechenbaren Zoll-Entscheidungen von US-Präsident Donald Trump, bleibt der Markt dennoch robust. Trotz einer Fristverlängerung für die Einführung neuer Zölle bewahrt sich Trump eine strategische Flexibilität bei möglichen internationalen Abkommen.
Haris Khurshid, Anlagestratege bei Karobaar Capital, erklärt, dass die Händler die neuen Zollankündigungen und die globalen Wachstumsrisiken im Auge behalten, die potenziell die Nachfrage beeinträchtigen könnten. Wesentliche Beachtung in diesem Kontext verdient die OPEC+, deren Mitglieder jüngst entschieden, die Fördermengen für August zu erhöhen – eine Maßnahme, die über den Expertenprognosen lag und auf ein dynamisches Marktwachstum hoffen lässt.
Doch auch Risiken werden wahrgenommen. So warnt Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch vor einer möglichen Nachfrageabschwächung nach den Sommermonaten. "Die signifikante Produktionsausweitung durch die OPEC+ könnte dann zu einem Überangebot führen, das die Ölpreise belasten würde", fasst er zusammen und lenkt damit den Blick auf die Herausforderungen der kommenden Monate.

