Ölpreise Steigen: Skepsis gegenüber Iran-Gesprächen und Handelsoptimismus mit China
In einem unerwarteten Aufschwung haben die Ölpreise zugelegt, nachdem US-Präsident Donald Trump seine Skepsis hinsichtlich erfolgreicher Verhandlungen mit dem Iran äußerte und gleichzeitig Zuversicht in eine baldige Handelsvereinbarung mit China zeigte. Der Preis für West Texas Intermediate (WTI) erlebte einen Anstieg von bis zu 2,3 % und erreichte damit den höchsten Stand seit Anfang April.
Trump ließ durchblicken, dass er weniger optimistisch sei, den Iran zur Aufgabe seines Atomprogramms zu bewegen, eine Position, die im Gegensatz zu den jüngsten Einschätzungen des iranischen Außenministers Abbas Araghchi steht, der die Möglichkeit eines baldigen Abkommens ansprach. Zusätzlich zu den geopolitischen Faktoren sorgten auch inflationsbezogene Wirtschaftsdaten aus den USA, die unter den Erwartungen lagen, für einen Preisanstieg, da sie den Dollar schwächen und Rohstoffe, die in dieser Währung gehandelt werden, attraktiver machen.
In den sozialen Medien vermeldete Trump zudem, dass eine Handelsvereinbarung mit China in greifbarer Nähe sei, vorbehaltlich der Zustimmung von Staatspräsident Xi Jinping. Trotz andauernder Zölle zwischen den beiden Nationen reagieren die globalen Märkte positiv auf diese Nachricht.
Die Preise für Rohöl waren in diesem Jahr rückläufig, beeinträchtigt durch die Auswirkungen von Handelskonflikten und die schnellere Wiederherstellung der Förderkapazitäten durch die OPEC+ als erwartet. Jüngste Anzeichen für eine Entspannung in den Handelsbeziehungen sowie optimistische Prognosen für die Sommersaison unterstützen nun eine Preisstabilisierung.
Ein neuer Bericht der US-Energieinformationsbehörde weist darauf hin, dass das Angebot in diesem Jahr die Nachfrage um 800.000 Barrel pro Tag übersteigen könnte; dennoch wird keine Erhöhung der US-Rohölproduktion vor dem Ende des nächsten Jahres erwartet. Schätzungen beziffern derweil den Rückgang der US-Rohöllagerbestände auf etwa 400.000 Barrel in der letzten Woche, was den dritten wöchentlichen Rückgang in Folge darstellen würde. Die Marktentwicklung deutet somit auf ein Nachlassen von Überangebotssorgen hin, wie die jüngsten Kontraktentwicklungen bestätigen.

