Ölpreise steigen moderat – Politisches Umfeld verstärkt Unsicherheiten
Am Dienstag markierten die Ölpreise erneut einen Anstieg, wenngleich dieser sich im Rahmen hielt und nicht an die deutliche Zunahme zu Wochenbeginn heranreichte. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September erhöhte sich auf 70,64 US-Dollar, was einem Plus von 60 Cent im Vergleich zum Vortag entspricht. Zeitgleich kletterte der Preis für die US-Sorte WTI um 65 Cent auf 67,36 Dollar.
Auslöser der jüngsten Preisanstiege waren die verschärften politischen Spannungen zwischen den USA und Russland. Nachdem US-Präsident Donald Trump die Frist für ein Ultimatum zur Beilegung des Ukraine-Konfliktes drastisch auf zehn bis zwölf Tage verkürzt hatte, drohten spürbare Veränderungen im internationalen Handelsgefüge. So könnten hohe Zölle auf Importe aus Russland und dessen Handelspartnern die Öl-Exporte des Landes erheblich beeinflussen. Diese Entwicklung führte zu einem kurzzeitigen Anstieg des Brent-Ölpreises um annähernd zwei Dollar je Barrel.
Laut einem Kommentar der Dekabank trugen die Äußerungen Trumps zu einem rasanten Anstieg der Ölpreise bei. Gleichzeitig verweist Carsten Fritsch, Rohstoffexperte der Commerzbank, auf die jüngste Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und der Europäischen Union, die auch auf erhöhte Energielieferungen aus den USA abzielt. Obwohl der Anteil der US-Rohölexporte an die EU mit 40 Prozent beträchtlich ist, deutet Fritsch auf die begrenzten Möglichkeiten für eine weitere Erhöhung hin. Die Fördermenge der USA wird sich gemäß Prognosen der Energiebehörde EIA voraussichtlich bis 2026 nicht wesentlich verändern.

