Ölpreise steigen leicht: Trump droht mit schärferen Zöllen und Politikwechsel zu Russland
Die Ölpreise haben zu Wochenbeginn trotz geopolitischer Spannungen und bevorstehenden politischen Weichenstellungen leicht zugelegt. So wurde ein Barrel der Nordseesorte Brent-Öl zur Lieferung im September mit 70,60 US-Dollar gehandelt. Dies ist ein kleiner Anstieg um 24 Cent im Vergleich zum Freitagspreis. Der US-Ölmarkt zeigt ebenfalls eine leichte Aufwärtsbewegung, wobei das Barrel der WTI-Sorte zur Augustlieferung um 13 Cent auf 68,58 Dollar stieg.
Die jüngsten Drohungen der US-Administration, die ab dem 1. August Einfuhren aus der EU mit einem Zoll von 30 Prozent zu belegen, konnten die Ölmärkte nicht erschüttern. Ursprünglich war ein geringerer Anstieg von 20 Prozent angedacht. Die EU plant als Antwort darauf Vergeltungsmaßnahmen in Form von Gegenzöllen auf US-Importe im Umfang von 72 Milliarden Euro.
Marktteilnehmer deuten diese Signale jedoch als potenziellen Verhandlungsspielraum des US-Präsidenten Donald Trump und erwarten weiterhin eine gütliche Einigung im Zollkonflikt. Besondere Aufmerksamkeit erhalten mögliche Kursänderungen in der Russlandpolitik der USA. Spekuliert wird über neue Sanktionen gegenüber dem ölfördernden Giganten.
Ein bevorstehender Richtungswechsel wurde vom einflussreichen US-Senator Lindsey Graham angedeutet, der von einem „Wendepunkt“ bezüglich der russischen Rolle in der Ukraine sprach. Eine offizielle Erklärung durch Präsident Trump wird noch für den Tag erwartet.
Gute Nachrichten kommen derweil aus Ostasien, wo die chinesische Wirtschaft mit unerwartet positiven Konjunkturdaten aufwartet. Chinas Außenhandel erlebte trotz globaler Unsicherheiten im Juni einen Aufschwung. Die Exporte des Landes erhöhten sich um 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, während Analysten mit nur 5 Prozent gerechnet hatten. Auch die Importe erholten sich und stiegen nach mehreren Rückgängen um 1,1 Prozent an.

