Bessent drängt den Kongress zu Krypto-Regeln, während die Zeit im Senat knapp wird

Ein Streit über die Erträge von Stablecoins, nicht grundlegende Meinungsverschiedenheiten über Kryptowährungen selbst, verzögert eines der bedeutendsten Gesetze zu digitalen Vermögenswerten in der Geschichte der USA.
Banken und Krypto-Unternehmen im Konflikt über Stablecoin-Erträge
Im Zentrum des Konflikts steht die Frage, ob Drittunternehmen wie Coinbase die Erträge von Stablecoins an ihre Kunden weitergeben dürfen. Banken lehnen dies ab und warnen, dass es zu einem Abfluss von Einlagen aus traditionellen Finanzinstituten führen könnte. Krypto-Unternehmen hingegen befürworten dies, da es entscheidend für ihre Wettbewerbsfähigkeit sei. Dieser Punkt der Uneinigkeit hat die Verabschiedung des CLARITY Act im Senat seit Monaten verzögert, obwohl die Trump-Administration auf eine Abstimmung drängt.
Finanzminister Scott Bessent machte am Dienstag öffentlich Druck und forderte den Kongress auf, jetzt zu handeln, bevor die Zeit im Senat abläuft. Berichten zufolge beschrieb Bessent die Situation als dringend und betonte, dass „die Zeit knapp ist und jetzt gehandelt werden muss“. Er stellte das Gesetz nicht nur als finanzpolitische Angelegenheit dar, sondern auch als Frage der nationalen Sicherheit, indem er argumentierte, dass wirtschaftliche Sicherheit und nationale Sicherheit untrennbar miteinander verbunden seien.
Adoptionszahlen verstärken den Druck
Der Dringlichkeitsfall ist nicht nur politisch motiviert. Daten zeigen, dass etwa jeder sechste Amerikaner bereits eine Form von digitalem Vermögenswert besitzt. Große Banken und Finanzinstitute haben entweder Krypto-bezogene Produkte eingeführt oder beantragt, dies zu tun. Laut Bessent hat sich die Blockchain-Technologie in Zahlungen, Abwicklungen und den Handel mit realen Vermögenswerten in einem Ausmaß integriert, das die Regulierungsbehörden nicht länger ignorieren können.
Der globale Kryptomarkt schwankte im vergangenen Jahr zwischen $2 Billionen und $3 Billionen – ein Bereich, der sowohl die Größe als auch die Volatilität der Branche widerspiegelt. Vor diesem Hintergrund erhält der Vorstoß für einen regulatorischen Rahmen zusätzliches Gewicht, insbesondere da die traditionelle Finanzwelt immer tiefer in diesen Bereich vordringt.
Senatorin Cynthia Lummis schloss sich Bessents Forderung an und erklärte, die Bedingungen für die Verabschiedung des CLARITY Act seien so günstig wie nie zuvor. „Wir haben die Unterstützung der Regierung, die Dynamik und wir haben parteiübergreifende Fortschritte erzielt“, sagte sie. Eine Senatsbewertung des Gesetzes wird für April erwartet, obwohl ähnliche Fristen zuvor bereits verschoben wurden.
Weißes Haus Studie befeuert Bankendebatte
Eine Analyse des Weißen Hauses ergab kürzlich, dass das Risiko eines Abflusses von Einlagen durch die Erlaubnis von Stablecoin-Erträgen „quantitativ gering“ sei. Im Rahmen des GENIUS Act dürfen Stablecoin-Emittenten keine Erträge direkt auszahlen. Der CLARITY Act würde jedoch Drittanbietern diese Möglichkeit eröffnen. Einige Bankmitglieder widersprachen den Ergebnissen des Weißen Hauses und argumentierten, dass die Analyse wesentliche Finanzierungsrisiken über die Einlagenhöhe hinaus übersehen habe.

