Ölpreise stagnieren: Marktteilnehmer zwischen Hoffen und Bangen
Die Ölnotierungen verharren auch am Dienstag in einer Phase relativer Stabilität, eine Entwicklung, die sich schon in den letzten Handelstagen abzeichnete. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent, zur Lieferung im Juli vorgesehen, notierte am Morgen bei 65,32 US-Dollar. Dies bedeutet einen leichten Rückgang von 22 Cent im Vergleich zum Vortag, positioniert den Kurs jedoch weiterhin am oberen Rand der Preisspanne zwischen 64 und 66 Dollar, in der sich Brent-Öl seit über einer Woche bewegt. Gleichzeitig verzeichnete die US-Sorte WTI für die Juni-Lieferung einen minimalen Zuwachs und stieg auf 62,72 Dollar. Auch hier blieben die Schwankungen in letzter Zeit geringfügig.
Im Verlauf des Jahres 2021 haben die Ölpreise eine Abwärtsbewegung vollzogen, die primär auf Bedenken hinsichtlich der Konjunkturentwicklung zurückzuführen ist. Ein wesentlicher Einflussfaktor waren die von US-Präsident Donald Trump im April initiierten Zolldiskussionen, die für beträchtliche Kursrückgänge sorgten. Der Brent-Preis fiel dadurch zeitweise auf knapp 58 Dollar, ein Niveau, das zuletzt im Frühjahr 2021 beobachtet wurde.
Obgleich sich der Brent-Preis von diesem Tief erholen konnte, verbleibt er weiterhin etwa zehn Dollar unter dem Stand vor den von Trump angedrohten Zöllen. Neben den nachfrageseitigen Unsicherheiten wirkt auch das gestiegene Angebot auf die Preisstellung drückend. Der Ölförderverbund Opec+, angeführt von Saudi-Arabien und Russland, hat Anfang Mai seine Produktion nochmals hochgefahren, was den Preisdruck zusätzlich erhöht.

