Ölpreis im Sinkflug: Markt erwartet Produktionserhöhung
Die Ölpreise setzten am Freitag ihren Abwärtstrend fort. Ein Barrel Brent-Öl, gewonnen aus der Nordsee und zur Lieferung im September vorgesehen, notierte bei 68,23 US-Dollar. Das entsprach einem Rückgang um 57 Cent im Vergleich zum Vortag. Auch der Preis für ein Barrel der US-amerikanischen Sorte WTI, dessen Lieferung im August ansteht, fiel um 58 Cent auf 66,42 Dollar.
Im Fokus steht das bevorstehende Treffen der maßgeblichen Mitglieder der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und ihrer Partner am Samstag. Dort wird von der sogenannten Opec+ eine erneute Anhebung der Fördermengen erwartet. Experten gehen davon aus, dass es um eine Erhöhung von 411.000 Barrel pro Tag gehen könnte, eine Entwicklung, die auch durch Äußerungen von Delegierten angedeutet wurde.
Laut Barbara Lambrecht, einer Expertin der Commerzbank, könnten die Ölpreise durch die erwartete Produktionssteigerung in den kommenden Wochen unter Druck geraten. "Die Ausweitung der Produktion wird zwar erwartet und ist in diesem Sinne bereits eingepreist", so Lambrecht. Im Mittelpunkt des Marktinteresses dürften allerdings die neuen Analysen der US-Energiebehörde EIA und der Internationalen Energieagentur IEA stehen, die nächste Woche publiziert werden. Diese könnten auf eine bevorstehende Überversorgung hinweisen.

