Ölmarkt zwischen geopolitischen Spannungen und Handelsoptimismus
Die Entwicklungen auf dem Ölmarkt zeigen sich derzeit stabil, obwohl geopolitische Spannungen zwischen den USA und dem Iran sowie Handelsgespräche zwischen den USA und China für Dynamik sorgen. Nach den Gewinneffekten des Vortages blieben die Preise am Freitag fast unverändert. Ein Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juli notierte zuletzt bei 61,99 US-Dollar, was einem Rückgang von 14 Cent entspricht. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI zur Lieferung im Juni fiel um 15 Cent auf 59,08 Dollar.
Am Vortag hatten Drohungen der Vereinigten Staaten gegen den Iran für Auftrieb gesorgt. Präsident Donald Trump hat angekündigt, alle Käufer iranischen Öls unter Sanktionen zu stellen, wodurch sowohl Personen als auch Länder von Geschäften mit den USA ausgeschlossen werden sollen. Diese Maßnahme wurde auf Trumps Plattform Truth Social angekündigt und hat die Märkte in Bewegung versetzt.
Gleichzeitig stabilisieren Hoffnungen auf eine Lösung im Handelskonflikt zwischen den USA und China die Märkte. Ein Entgegenkommen Pekings in den Zollgesprächen lässt Raum für Optimismus. US-Finanzminister Scott Bessent hat bereits Hoffnungen auf ein Handelsabkommen geschürt, obwohl die Befürchtung besteht, dass der Handelskonflikt die Weltwirtschaft beeinträchtigen und damit die Rohölnachfrage schwächen könnte.
Auch die Entwicklungen innerhalb des Ölverbundes Opec+ sorgen für Spannung. Analysten der Commerzbank erwarten mögliche Preisrückgänge, sollten die OPEC+-Staaten weitere Produktionssteigerungen beschließen. Gerüchten zufolge könnten acht Staaten des Kartells, die ihre Förderung zusätzlich limitiert hatten, im Juni die Produktion erneut hochfahren. Die Unstimmigkeiten innerhalb des Kartells tragen zur Unsicherheit bei, wie sich die Preise in der nahen Zukunft entwickeln werden.

