Ölmarkt stagniert: Gefahr im Nahen Osten und wirtschaftlicher Abschwung
Die Ölpreise verharrten am Donnerstag nahezu unverändert, nachdem sie in der vorangegangenen Sitzung angestiegen waren. Schwache Nachfrage in den USA und Risiken durch Angebotsüberschüsse standen im Kontrast zu den geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und dem anhaltenden Konflikt in der Ukraine.
Der Preis für Brent-Rohöl-Futures stieg um lediglich 1 Cent auf 67,50 US-Dollar pro Barrel, während die US-West Texas Intermediate-Rohöl-Futures um 2 Cent auf 63,69 US-Dollar zulegten. Der Anstieg am Mittwoch wurde durch Israels Angriffe auf Hamas-Führungen in Katar und Polens Verteidigungsmaßnahmen gegen vermeintliche russische Drohnen, die in den polnischen Luftraum eindrangen, befeuert.
Trotz dieser geopolitischen Unruhen zeichnet sich keine unmittelbare Gefahr für die Ölversorgung ab. Wachsende Ölbestände, sinkende Produzentenpreise und ein sich abkühlender Arbeitsmarkt deuten auf eine Abschwächung der US-amerikanischen Wirtschaft hin. Die US-Ölreserven stiegen unerwartet stark an, wie die Energy Information Administration berichtete, und auch die Benzinbestände nahmen zu.
Angesichts der ökonomischen Entwicklungen wird erwartet, dass die US-Notenbank Federal Reserve in der kommenden Woche ihre Zinssätze senken könnte, während auf eine Abstimmung für eine Senkung um 25 Basispunkte spekuliert wird. Ungewöhnlicher wäre eine Dreifach-Widersetzung für eine stärkere Reduzierung um 50 Basispunkte. Die Europäische Zentralbank hingegen wird voraussichtlich ihre Zinssätze unverändert belassen.
Stephen Brown, stellvertretender Chefökonom für Nordamerika bei Capital Economics, erklärte, dass die schlaffen Arbeitsmarktbedingungen die Fed zu dieser Entscheidung bewegen könnten.

