Öl- und Gasfirmen trotzen Klimazielvorgaben mit Expansion
Die weltweit agierenden Öl- und Gasunternehmen befinden sich weiterhin auf Wachstumskurs, ungeachtet der dringlichen Klimawarnungen und der globalen Vereinbarungen, die den Rückzug von fossilen Brennstoffen fordern. Wie aus aktuellen Informationen der Umweltorganisation Urgewald hervorgeht, sind über 1.800 Unternehmen in die Förderung von Öl und Gas oder in die Entwicklung neuer fossiler Infrastruktur investiert. Trotz der Vereinbarungen der Weltklimakonferenz in Dubai, die vor zwei Jahren eine signifikante Reduktion der Abhängigkeit von Kohle, Öl und Gas festlegte, bleiben die Investitionen in fossile Projekte auf hohem Niveau.
Die Daten zeigen, dass allein amerikanische Unternehmen Pläne für zusätzliche Gaskraftwerkskapazitäten von 125,06 GW hegen, während chinesische Firmen mit 82,22 GW und vietnamesische mit 44,86 GW folgen. Auch im Bereich der Flüssiggas-Exporte (LNG) führen die Vereinigten Staaten mit beeindruckenden 388,23 Millionen Tonnen jährlich das Feld an. Russland, Mexiko und Katar folgen mit 102,70, 66,70, respektive 64,00 Millionen Tonnen pro Jahr. Diese Pläne spiegeln die Absichten der Unternehmen wider, während staatlich gemeldete Kapazitäten aufgrund fehlender Projektträger variieren könnten.
Zehn Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen, das die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius im Vergleich zur vorindustriellen Zeit begrenzen sollte, steht die Welt bereits bei etwa 1,4 Grad. Mit dem weiteren Temperaturanstieg drohen intensivere Wetterextreme wie Stürme, Dürren und Überflutungen.

