Ölpreise leicht gestiegen: Entwicklungen in Venezuela im Fokus

Die Ölpreise haben am Dienstag einen moderaten Anstieg verzeichnet. Nachdem die Kurse zunächst geringfügig gefallen waren, stiegen sie im Laufe des Tages in die Gewinnzone. Insgesamt bewegten sich die Preise in einer relativ engen Handelsspanne. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent mit Lieferung im März lag bei 62,15 Dollar, was einem Anstieg von 39 Cent im Vergleich zum Vortag entspricht. Auch der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI zur Lieferung im Februar erhöhte sich um 33 Cent auf 58,65 Dollar.
Ein besonderes Augenmerk der Marktteilnehmer gilt weiterhin der Situation in Venezuela. Das ölreiche Land könnte potenziell verstärkt mit US-amerikanischen Ölkonzernen kooperieren. Präsident Donald Trump hat in einem Interview mögliche Finanzhilfen für amerikanische Firmen in Aussicht gestellt, die sich am Wiederaufbau der venezolanischen Energieinfrastruktur beteiligen. Trump zeigte sich optimistisch, dass die USA diese Aufgabe zügig bewältigen könnten, obwohl erhebliche finanzielle Mittel erforderlich seien.
Der jüngste US-Angriff auf Venezuela und die Festnahme von Nicolás Maduro hatten jedoch bisher nur geringe Auswirkungen auf die Ölpreise. Trotz der Tatsache, dass Venezuela über die weltweit größten Ölreserven verfügt, trägt das Land weniger als ein Prozent zur globalen Ölversorgung bei. Unterdessen hat das Bündnis Opec+ entschieden, die Fördermengen vorerst stabil zu belassen. Die Märkte rechnen weiterhin mit einem Überschuss an Rohöl. Die US-Bank Morgan Stanley prognostiziert, dass dieser Überhang in der ersten Jahreshälfte zunehmen und Mitte des Jahres seinen Höhepunkt erreichen könnte.

