Oberlausitz schärft 2026 ihr Tourismusprofil
Qualitätsoffensive in der RadRegion und neue UNESCO-Angebote geplant

02. März 2026, 07:52 Uhr · Quelle: LifePR
Oberlausitz schärft 2026 ihr Tourismusprofil
Foto: LifePR
Radfahrer im Muskauer Park
Die Oberlausitz baut ihren Tourismus aus, um Qualität und Besucher zu erhöhen, mit Projekten wie RadRegion und UNESCO-Stätten.

Bautzen, 02.03.2026 (lifePR) - Die Oberlausitz stellt die Weichen für ihre touristische Weiterentwicklung neu. Bei der Jahrespressekonferenz der Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien (MGO) wurde deutlich: Die Region entwickelt sich trotz herausfordernder Rahmenbedingungen stabil und setzt auf Qualität, eine klare Profilierung und enge Zusammenarbeit. Neben der Gründung des Tourismusverbands Oberlausitz sollen die weitere Stärkung der RadRegion Oberlausitz, der Ausbau der UNESCO-Angebote und grenzüberschreitende Projekte 2026 zusätzliche Reiseanlässe schaffen und die Aufenthaltsqualität weiter erhöhen.

Die Tourismuszahlen für 2025 belegen diese Stabilität: 727.096 Ankünfte und 2.004.776 Übernachtungen verzeichnete die Oberlausitz im vergangenen Jahr. Besonders erfreulich sind die längere Aufenthaltsdauer und das Wachstum im Campingsegment mit 385.039 Übernachtungen – ein Plus von 4,1 Prozent. Damit bewegt sich die Region nahezu auf dem Niveau des Vor-Corona-Jahres 2019. Der Rückgang bei Ankünften und Übernachtungen fiel zudem deutlich moderater aus als im sächsischen Durchschnitt.

Rund fünf Prozent der Übernachtungen entfallen auf internationale Gäste. Vor allem aus Polen und Tschechien verzeichnet die Region deutliche Zuwächse. Das unterstreicht die Bedeutung der Zusammenarbeit im Dreiländereck. Auch die Gästekarte Oberlausitz soll dazu beitragen, die Region über klassische Kurzurlaubsangebote hinaus attraktiver zu machen und zusätzliche Impulse zu setzen. „Tourismus ist ein wichtiger Standortfaktor und gewinnt im Strukturwandel an Bedeutung", betont Udo Witschas, Landrat des Landkreises Bautzen und MGO-Vorsitzender. „Unser Ziel ist es, Potenziale zu bündeln und mit Partnern weiterzuentwickeln.“

Die Außenwahrnehmung bestätigt die Qualität der Angebote. Sachsen wurde erneut als gastfreundlichstes Bundesland ausgezeichnet und zählt weltweit zu den gastfreundlichsten Regionen. Bautzen belegt laut Booking.com Platz 9 unter den gastfreundlichsten Orten Deutschlands. „Diese Anerkennung signalisiert die hohe Servicequalität unserer Gastgeberinnen und Gastgeber und stärkt die Position der Oberlausitz im Wettbewerb“, ergänzt Witschas.

Auch Görlitz vermeldet Herausragendes: 2025 erreichte die Stadt mit 340.851 Übernachtungen einen neuen Höchstwert – ein Plus von 6,1 Prozent beziehungsweise rund 20.000 Übernachtungen mehr als im Vorjahr. Erstmals stieg zudem die durchschnittliche Aufenthaltsdauer auf 2,3 Tage. Besonders dynamisch entwickelte sich das Auslandsgeschäft mit einem Zuwachs von 29,6 Prozent. Wichtige Impulse kamen vor allem aus Polen und Tschechien sowie aus der Schweiz, Österreich und Nordamerika. „Das unterstreicht die Attraktivität von Görlitz für Gäste aus dem In- und Ausland“, sagt Dr. Stephan Meyer, Landrat des Landkreises Görlitz. „Diesen Schwung wollen wir für die touristische Entwicklung der Oberlausitz nutzen.“

Rückblick 2025: Wichtige Projekte vorangebracht

2025 trieb die MGO gemeinsam mit Partnern zentrale Projekte voran. Die am 1. Mai eingeführte Gästekarte Oberlausitz bietet Besuchern eine kostenfreie ÖPNV-Nutzung sowie Rabatte in Freizeit- und Kultureinrichtungen. Weitere Vorteilspartner wurden gewonnen, Gespräche zur Ausweitung laufen.

Im Kulturtourismus gewinnen die UNESCO-Stätten der Region zunehmend an Bedeutung. Seit 2021 rückt das UNESCO-Erbe auch auf Landesebene stärker in den Fokus von Entwicklung und Vermarktung. Die Region nutzt die Strahlkraft ihrer Welterbestätten, um hochwertige Reiseanlässe zu schaffen und die Lausitzer UNESCO-Orte enger zu verknüpfen. Das 1. Film-Camp ClipQuest.Lausitz setzte dabei neue Akzente und machte die Stätten filmisch erlebbar. Ergänzt wurde dies durch einen neuen Audioguide für Herrnhut sowie weitere Augmented-Reality- und Audioformate.

Die RadRegion Oberlausitz gewann 2025 weiter an Profil. Eine landesweite Untersuchung des Freistaates Sachsen zum Fahrradtourismus hebt die RadRegion Oberlausitz als Modellregion für den Rad- und Radreisetourismus vor. Die Bewertung bestätigt die erfolgreiche Zusammenarbeit der vergangenen Jahre und stärkt die Position der Oberlausitz als hochwertige Raddestination mit weiterem Potenzial für steigende Gästezahlen und längere Aufenthalte in den vielfältigen Kulturlandschaften der Region.

Auch die erste vollständige Saison der Gravelbike-Route RockHead stieß auf große Resonanz mit mehr als 10.000 GPX-Downloads und hoher medialer Aufmerksamkeit.

„Die aktuelle Entwicklung zeigt deutlich, dass wir mit der Strategie zur RadRegion Oberlausitz auf dem richtigen Weg sind. Die steigende Bekanntheit, die Profilierung als hochwertige Radregion und das große Interesse an Angeboten wie der Gravelstrecke bestätigen unseren strategischen Kurs. Steigende Besucherzahlen und längere Aufenthalte sorgen für zusätzliche Wertschöpfung in Gastronomie, Beherbergung und bei lokalen Anbietern – und stärken die Region nachhaltig für Gäste und Einheimische.“, betont Olaf Franke, Geschäftsführer der Marketing-Gesellschaft Oberlausitz-Niederschlesien mbH.

Grenzüberschreitende Projekte wie die länderübergreifende Pilgerroute Via Sacra, die europäische Burgen- und Schlösserroute sowie das Umgebindeland wurden ebenfalls weiternetwickelt und stärken die internationale Zusammenarbeit.

Ein Meilenstein war die Gründung des Tourismusverbands Oberlausitz (TVO) Anfang 2026. Der Verband übernimmt schrittweise Aufgaben der MGO und schafft eine tragfähige Organisationsstruktur. „Mit dem Tourismusverband geben wir der Oberlausitz eine starke Stimme“, sagt Witschas.

„Wir bündeln Kompetenzen, vermeiden Doppelstrukturen und entwickeln die Region als Erlebnisraum weiter.“ 2026 gilt als Übergangsjahr, in dem Strukturen gefestigt und die Zusammenarbeit vertieft werden.

Ausblick 2026: Fokus auf Qualität und Profil

Für 2026 setzt die Region auf klare Schwerpunkte. Im Mittelpunkt steht die Weiterentwicklung der Oberlausitz als Reiseziel für Radbegeisterte und Kulturinteressierte. In der RadRegion rückt das Qualitätsmanagement in den Fokus. Geplant sind die Optimierung des Mängelmanagements sowie Qualitätsworkshops für Kommunen und touristische Leistungsträger. Der Ausbau fahrradfreundlicher Unterkünfte und eine bessere Versorgung entlang der Routen sollen die angestrebte Zertifizierung als hochwertige Raddestination unterstützen. Aufbauend auf der 2025 gestarteten Markenkonzeption werden die 18 Qualitätsrouten mit digitalen Angeboten weiterentwickelt. Entlang der Fernradwege Oder-Neiße-Radweg und Spreeradweg entstehen zusätzliche Erlebnispunkte – durch Audioguides, Hörstationen, digitale Stempelkarten und erzählerisch gestaltete Infotafeln.

Die UNESCO-Stätten mit ihren besonderen Angeboten sollen als herausragende Besuchs- und Reiseanlässe weiter ausgebaut und noch stärker aufeinander abgestimmt werden.

Ziel ist ein gemeinsames Werteverständnis für die Lausitzer Welterbestätten sowie deren verzahnte touristische Weiterentwicklung. Mehrsprachige Audioguides, interaktive E-Learning-Module, Augmented-Reality-Stationen und die digitale Plattform „Kultur-o-mat" sollen Gästen ein individuelles Kulturerlebnis ermöglichen. „Wir wollen die Stärken der Oberlausitz klarer herausstellen“, sagt Dr. Meyer. „Entscheidend ist, dass aus guten Einzelangeboten ein stimmiges Gesamterlebnis entsteht.“

Umgebindeland: großes Potenzial für neue Erlebnisse

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem INTERREG-Projekt „Das Umgebindeland touristisch erlebbar machen“. Die einzigartigen Umgebindehäuser sind ein Alleinstellungsmerkmal der Region und sollen künftig stärker touristisch genutzt werden. Befragungen zeigen eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung und großes Gästeinteresse, besonders an authentischen Angeboten wie Führungen, Handwerkserlebnissen, Ausstellungen und regionaler Gastronomie. Perspektivisch sollen buchbare Angebote entstehen, Besucherrouten entwickelt und die Vermarktung ausgebaut werden. Eine gemeinsame Marketingstrategie soll die Umgebinde-Region national und international sichtbarer positionieren.

Über alle Projekte hinweg verfolgt die Region ein klares Ziel: zusätzliche Besuchsanlässe zu schaffen und die Qualität des Aufenthalts für Gäste weiter zu steigern. Der neu gegründete TVO bündelt die strategische Entwicklung und stärkt die Zusammenarbeit der Akteure. Das geschieht durch neue Produkte, nachhaltige Mobilität, regionale Wertschöpfung und eine bessere Verknüpfung von Angeboten.

„Der Schlüssel liegt im Zusammenhalt der Region“, formuliert es Udo Witschas. „Wenn Kommunen, Leistungsträger und Partner gemeinsam handeln, können wir die Oberlausitz attraktiver und bekannter machen.“ Dr. Stephan Meyer ergänzt: „Die gemeinsam erarbeitete Destinationsstrategie – derzeit noch in Prüfung durch das zuständige Ministerium – gibt uns dafür den klaren Rahmen. Jetzt geht es darum, die Maßnahmen konsequent umzusetzen und die Oberlausitz als moderne, nachhaltige und erlebnisreiche Reiseregion weiter zu profilieren.“

Reisen & Urlaub / Tourismus Oberlausitz / RadRegion / UNESCO-Stätten / Grenzüberschreitende Projekte / MGO
[lifepr.de] · 02.03.2026 · 07:52 Uhr
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