Nordzucker trotzt schwierigen Bedingungen mit stabiler Rübenkampagne, sieht aber höhere Verluste am Horizont
Der Zuckerproduzent Nordzucker erlebt trotz schwieriger Marktbedingungen eine stabile Rübenkampagne, warnt jedoch vor erheblichen operativen Verlusten im laufenden Geschäftsjahr. Dank vorteilhafter Wetterverhältnisse konnte das in Braunschweig ansässige Unternehmen überdurchschnittlich hohe Rübenerträge mit gesteigertem Zuckergehalt erzielen, wie es mitteilte.
Für Zuckerproduzenten ist die sogenannte Kampagne die entscheidende Phase des Jahres, in der Rüben geerntet und verarbeitet werden. Bis Ende 2025 profitierte Nordzucker von günstigen Wetterbedingungen für Lagerung und Transport. Zuletzt jedoch beeinträchtigten Glätte und Schnee die Rübenlogistik in Deutschland, eine neue Herausforderung im operativen Ablauf.
Die Zuckerpreise auf dem Weltmarkt verzeichneten einen Einbruch auf das tiefste Niveau seit 2021. In Verbindung mit ungünstigen Faktoren wie Zöllen und Wechselkursschwankungen erwartet Nordzucker für das Geschäftsjahr einen Verlust im hohen zweistelligen Millionenbereich. Dies stellt eine Verschlechterung gegenüber der Prognose vom September dar, die noch einen Verlust im unteren zweistelligen Millionenbereich vorsah. Ein kurzfristiger Preisanstieg ist nicht in Sicht, weshalb auch für das Jahr 2026/27 weiter mit roten Zahlen gerechnet wird. Finanzvorstand Alexander Bott zeigte sich jedoch entschlossen, bis zum Geschäftsjahr 2027/28 wieder aus eigener Kraft rentabel zu werden.
Neben den europäischen Aktivitäten hat Nordzucker in Australien bis Dezember 4,8 Millionen Tonnen Zuckerrohr verarbeitet, wobei das Unternehmen weltweit 4.100 Mitarbeiter beschäftigt, darunter an deutschen Standorten in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

