XRP sieht keine unmittelbare Bedrohung durch Quantencomputer: Nur 0,03% des Angebots gefährdet

Bereits im Dezember 2025 wurde ein Entwickler-Testnetzwerk für das XRP Ledger vollständig quantensicher gemacht – Monate bevor die meisten Menschen auf die Bedrohung aufmerksam wurden. Dieses stille Ereignis steht nun im Mittelpunkt einer breiteren Diskussion darüber, wie gut das Netzwerk tatsächlich vorbereitet ist.
Nur ein Bruchteil der Konten hat versteckte Schlüssel
Berichte eines XRPL-Validators zeigen, dass etwa 300.000 der 7,8 Millionen Konten im Netzwerk derzeit vor Quantenangriffen geschützt sind – nicht aufgrund fortschrittlicher Kryptografie, sondern weil ihre öffentlichen Schlüssel nie offengelegt wurden.
Diese Konten haben nie eine Transaktion durchgeführt. Ohne einen sichtbaren öffentlichen Schlüssel hat ein Quantenangreifer keinen Angriffspunkt. Zusammen halten sie etwa 2,4 Milliarden XRP.
Die verbleibenden Konten sind anders gelagert. Ihre öffentlichen Schlüssel sind auf der Blockchain sichtbar. Traditionelle Computer können sie derzeit nicht knacken. Quantencomputer, die dazu in der Lage wären, existieren noch nicht. Doch das Zeitfenster für Vorbereitungen ist jetzt offen, nicht später.
Dennoch ist das Ausmaß des unmittelbaren Risikos gering. Nur zwei inaktive Konten – seit mehr als fünf Jahren – haben exponierte öffentliche Schlüssel mit signifikanten Guthaben.
Zusammen halten sie etwa 21 Millionen XRP. Diese Zahl entspricht ungefähr 0,03% des gesamten XRP-Angebots. Laut Berichten des Validators sind gefährdete inaktive Großkonten auf diesem Netzwerk äußerst selten.
XRP Ledger unterscheidet sich von Bitcoin
Diese Seltenheit unterscheidet das XRP Ledger von Bitcoin, wo große Summen oft unberührt in alten Wallets liegen, die ein veraltetes Format namens pay-to-public-key (P2PK) verwenden. Wallets, die mit Bitcoins anonymem Schöpfer Satoshi Nakamoto verbunden sind, fallen in diese Kategorie.
Ihre öffentlichen Schlüssel sind offen einsehbar. Auf dem XRP Ledger ist eine solche Exposition unter großen inaktiven Inhabern weit weniger verbreitet.
Das Netzwerk hat auch einen strukturellen Vorteil: eingebaute Schlüsselrotation. Benutzer können ihre Signaturschlüssel austauschen, ohne ihre Wallet-Adresse zu ändern. Das bedeutet, dass Kontoinhaber, falls die Quantencomputing-Technologie schneller als erwartet voranschreitet, ihre Sicherheit aktualisieren können, ohne ihre bestehende Adresse zu verlieren. Bitcoin bietet dies nicht von Haus aus.
Das XRPL verwendet auch ein Amendmentsystem, bei dem Validatoren über Protokolländerungen abstimmen. Daten zeigen, dass dieser Prozess schneller abläuft als der Upgrade-Pfad von Bitcoin, der von der Zustimmung der Miner abhängt und tendenziell langsamer und umstrittener ist.
AlphaNet-Test signalisiert die Zukunft des Netzwerks
Im Dezember 2025 bestätigte der XRPL Labs-Entwickler Denis Angell, dass AlphaNet – das Entwickler-Testnetzwerk des Netzwerks – ML-DSA, auch bekannt als CRYSTALS-Dilithium, übernommen hat.
Das National Institute of Standards and Technology (NIST) hat ML-DSA als post-quantum Signaturstandard genehmigt.
AlphaNet führte auch Quantum Accounts, Quantum Transactions und Quantum Consensus ein, um den Schutz sogar auf die Kommunikation der Validatoren auszuweiten.

