Nintendo warnt vor steigenden Speicherpreisen – bleibt die Switch 2 trotzdem bezahlbar?
Die Kostenfrage rund um die Switch 2 rückt stärker in den Fokus. Nach der Veröffentlichung der aktuellen Geschäftszahlen hat sich Nintendo erstmals ausführlicher zu steigenden Speicherpreisen und teureren Komponenten geäußert und damit auch indirekt zur Frage, ob die Konsole künftig teurer werden könnte.
Im Rahmen einer Fragerunde mit Investoren (PDF) erklärte Nintendo-Präsident Shuntaro Furukawa, dass vor allem die Preise für Speicherchips zuletzt angezogen haben. Details zu einzelnen Bauteilen nennt Nintendo traditionell nicht, doch Furukawa machte klar, dass das Thema intern sehr genau beobachtet wird. Nintendo arbeite langfristig mit seinen Partnern zusammen, um stabile Lieferketten für Speicherkomponenten sicherzustellen. Kurzfristig gebe es jedoch Entwarnung.
Speicherpreise steigen, aber noch ohne direkte Folgen
Laut Furukawa hatten die zuletzt gestiegenen Speicherpreise im dritten Geschäftsquartal keinen spürbaren Einfluss auf die Profitabilität der Switch 2-Hardware. Noch nicht. Auch für das laufende vierte Quartal rechnet Nintendo aktuell nicht mit nennenswerten Auswirkungen. Das ist bemerkenswert, da Speicherchips in den vergangenen Monaten branchenweit teurer geworden sind, ein Problem, mit dem viele Hardware-Hersteller kämpfen. Anscheinend hat Nintendo hier vorgesorgt und längerfristige Verträge mit Herstellern abschließen können.
Gleichzeitig dämpfte Furukawa überzogene Erwartungen. Sollte der Preisanstieg länger anhalten und sich bis ins nächste Geschäftsjahr oder darüber hinaus ziehen, könne das durchaus Druck auf die Marge ausüben. In diesem Fall werde Nintendo die Marktentwicklung sehr genau analysieren und entsprechend reagieren. Eine Entscheidung über mögliche Preisänderungen bei der Nintendo Switch 2 sei derzeit nicht getroffen.
Warum Nintendo trotz starker Verkäufe nichts an den Prognosen ändert
Investoren fragten außerdem nach, warum Nintendo seine Absatzprognosen für Hardware und Software nicht angepasst habe, trotz starker Verkäufe im Weihnachtsgeschäft und veränderter Wechselkurse. Furukawa erklärte, dass neue Wechselkursannahmen zwar einen leichten positiven Effekt auf Umsatz und Gewinn hätten, dieser aber nicht groß genug sei, um die Gesamtprognose zu ändern.
Dabei räumte er deutliche regionale Unterschiede ein. In Japan verkaufte sich die Switch 2 besser als erwartet, während die Verkäufe außerhalb Japans leicht hinter den Erwartungen zurückblieben. Auf den ersten Blick wirkt das positiv, bringt für Nintendo jedoch auch Nachteile mit sich.
Warum starke Japan-Verkäufe die Marge belasten
Da Nintendo viele Hardware-Komponenten in US-Dollar einkauft, können besonders starke Verkäufe in Japan, natürlich abhängig vom Wechselkurs, die Profitabilität sogar drücken. Furukawa bestätigte, dass die über den Erwartungen liegenden Verkäufe im Heimatmarkt einen negativen Effekt auf Brutto- und Betriebsergebnis haben.
Als Gründe für den starken Absatz in Japan nannte er unter anderem Pokémon Legends: Z-A (Switch 2 Edition) und Kirby Air Riders, die im Weihnachtsgeschäft zusätzliche Nachfrage erzeugt haben.
Trotz steigender Kosten hält Nintendo an einer seiner wichtigsten Grundregeln fest: Hardware soll nicht dauerhaft mit Verlust verkauft werden. Entscheidend sei dabei jedoch die globale Betrachtung. Einzelne Regionen seien weniger ausschlaggebend als die Gesamtprofitabilität. Gerade das zweite und dritte Jahr der Nintendo Switch 2 seien laut Furukawa besonders wichtig. Gelinge es, die Installationsbasis früh deutlich auszubauen, könnten Software-Verkäufe langfristig stark wachsen und genau dort liege für Nintendo der wichtigste Ertragshebel.
Droht der Switch 2 trotzdem eine Preiserhöhung?
Kurzfristig lautet die Antwort klar: NEIN. Nintendo sieht sich durch bestehende Lagerbestände und laufende Produktionszyklen gut abgesichert. Sollte der Preisdruck bei Speicher und anderen Komponenten jedoch länger anhalten, könnte sich diese Einschätzung ändern.
Für uns als Spieler bedeutet das vorerst Planungssicherheit. Die Nintendo Switch 2 bleibt preislich stabil, zumindest solange sich die Lage am Komponentenmarkt nicht noch weiter zuspitzt. Nintendo macht jedoch deutlich: Sollte sich das Umfeld deutlich verschlechtern, werden alle Optionen neu bewertet.




