Nike: Ein Hoffnungsschimmer trotz Umsatzrückgang
Nike, einer der weltweit führenden Sportartikelhersteller, steht trotz anhaltender Umsatzeinbußen am Ende des Geschäftsjahres 2024/25 vor einer potenziellen Trendwende. Die Rückgänge fiel weniger dramatisch aus als zuvor befürchtet, was die Investoren positiv stimmte. Konzernchef Elliott Hill äußerte in einer Telefonkonferenz Optimismus und betonte, dass die Talsohle erreicht sei und bessere Geschäftsergebnisse in Aussicht stünden.
Für das kommende Geschäftsquartal prognostiziert Nike einen Umsatzrückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich. Dies ist eine deutliche Verbesserung gegenüber den zuletzt zweistelligen Verlusten. Eine Gesamtjahresprognose verweigert das Unternehmen jedoch aufgrund unsicherer Faktoren wie der US-Zollpolitik. Diese Zölle belasten Nike mit zusätzlichen Kosten von rund einer Milliarde US-Dollar. Finanzvorstand Matthew Friend zeigte sich dennoch zuversichtlich und versicherte, dass diese Belastungen im Laufe der Zeit ausgeglichen werden könnten.
Die Aktie von Nike, die nach der Veröffentlichung des Quartalsberichts zunächst gesunken war, erlebte einen sprunghaften Anstieg von bis zu 11 Prozent im nachbörslichen Handel. Dennoch verzeichnet das Papier im Jahresvergleich einen Wertverlust von etwa einem Drittel. Analyst Randal Konik von Jefferies interpretierte die jüngsten Entwicklungen als positiv. Er hob die abnehmende Konkurrenz hervor und prognostizierte Nike eine einfachere Zukunft bei der Erfüllung von Vergleichszahlen. Ähnliche Aufwärtsbewegungen ließen sich auch bei den Aktien von Adidas und Puma beobachten, die in Frankfurt vorbörslich anstiegen.
Im vierten Quartal des Geschäftsjahres meldete Nike einen Umsatzrückgang von 12 Prozent auf 11,1 Milliarden US-Dollar, währungsbereinigt lag das Minus bei 11 Prozent. Trotz der Rückschläge übertraf Nike damit die Erwartungen der Analysten. Das schwächelnde China-Geschäft, von dem Nike eine längere Erholungsphase erwartet, trug maßgeblich zum negativen Ergebnis bei. Der Gewinn sank um 86 Prozent auf 211 Millionen Dollar, während der Gewinn pro Aktie die Analystenerwartungen mit 14 US-Cent übertraf.
Seit seiner Rückkehr in das Unternehmen im Oktober verfolgt Hill ambitionierte Pläne, um Nike wieder auf Wachstumskurs zu bringen. Neben der Fokussierung auf Sportarten wie Laufen, Basketball und Fußball sollen auch die Marketingstrategien überarbeitet werden. Hierbei wahrt Hill den Drahtseilakt zwischen Zollbelastungen, zögerlichem Konsumverhalten und einem hart umkämpften Markt.

