Neue KI-Fabriken sollen Wachstum bringen, doch Margen bremsen Super Micro
Vom Serverhersteller zum Anbieter kompletter KI-Fabriken
Auf der Supercomputing Conference im November 2025 präsentierte Super Micro neue AI-Factory-Cluster, die vollständig auf NVIDIAs Enterprise-Referenzarchitekturen basieren. Die Systeme bestehen aus integriert getesteter Hardware, einem kompletten NVIDIA-Software-Stack sowie dem Netzwerkstandard NVIDIA Spectrum-X.
Die vorkonfigurierten KI-Cluster sollen Unternehmen den Einstieg in KI-Rechenzentren deutlich erleichtern. Die Bandbreite reicht von
- 4 Nodes mit 32 GPUs
bis hin zu - 32 Nodes mit 256 GPUs.
Damit positioniert sich Super Micro weit weg vom klassischen Serverbau: Die Firma liefert künftig schlüsselfertige KI-Fabriken, die weltweit in eigenen Produktionsstätten vorgefertigt und getestet werden. CEO Charles Liang bezeichnet diese KI-Fabriken als „Fundament, um jedes Unternehmen in ein KI-Unternehmen zu verwandeln“.
Plug-and-Play für das Zeitalter der künstlichen Intelligenz
Die Kooperation mit NVIDIA verfolgt ein klares Ziel: Unternehmen sollen KI-Infrastruktur schneller und mit weniger Komplexität aufbauen können. Die Systeme sind nach NVIDIAs Blaupausen entwickelt und bündeln Rechenleistung, Netzwerk, Kühlung und Management-Software zu einer einheitlichen Lösung.
Super Micro nimmt bereits Bestellungen für Konfigurationen mit den neuen NVIDIA Blackwell-GPUs (RTX PRO 6000 Server Edition, HGX B200) entgegen. Die Plattformen eignen sich nicht nur für KI-Inferenz, sondern auch für Enterprise-HPC und Grafik-Rendering – und sollen Unternehmen erlauben, ihre gesamte Rechenzentren-Architektur auf Blackwell auszurichten.
Kurs bleibt schwach – trotz strategischer Expansion
Die enge Partnerschaft mit NVIDIA spiegelt sich bislang nicht im Aktienkurs wider. Super Micro gehört zu den schwächsten KI-Werten der vergangenen Monate; seit März 2024 hat die Aktie über 70 Prozent verloren und liegt weit unter den früheren Höchstständen von über 110 US-Dollar.
Ursachen sind unter anderem:
- eine historisch niedrige Bruttomarge von 9,3 Prozent im ersten Quartal 2025,
- steigende Produktionskosten,
- ein ungünstiger Produktmix,
- verzögerte Umsätze aufgrund von Spezifikationsänderungen eines Großkunden.
Analysten sehen in Super Micros vertiefter Rolle in NVIDIAs Lieferkette zwar eine Chance, doch bleibt offen, ob diese strategische Neuausrichtung ausreicht, um das Vertrauen des Marktes zurückzugewinnen.
Ausblick
Super Micro setzt voll auf den KI-Boom – und auf NVIDIA als technologisches Fundament. Ob daraus ein nachhaltiger Wachstumsschub entsteht, wird davon abhängen, wie schnell die neuen AI-Factory-Systeme tatsächlich nachgefragt werden und ob das Unternehmen seine Margen wieder stabilisieren kann.
Fest steht: Kaum ein anderer Serverbauer positioniert sich derzeit so konsequent im Zentrum der globalen KI-Infrastruktur wie Super Micro.


