Neue Impulse: Fed-Gouverneur plädiert für deutliche Zinssenkung
Der frisch ernannte Gouverneur der Federal Reserve, Stephen Miran, zeigte sich in einem Interview optimistisch im Hinblick auf eine großangelegte Zinssenkung. Er sieht keine erhebliche Inflation durch Zölle und plädiert für ein Zinsniveau, das weder die Wirtschaft hemmt noch übermäßig ankurbelt. Obwohl Miran gerade erst dem Fed-Vorstand beigetreten ist, hat er signalisiert, dass er vorerst eine Auszeit von seiner Rolle als wirtschaftspolitischer Berater im Weißen Haus nimmt, allerdings ohne sein Amt im Rat der Wirtschaftsberater von Präsident Trump aufzugeben. Diese duale Rolle löst Bedenken über die Unabhängigkeit der Federal Reserve aus, zumal Trump versucht, ein Mitglied des Fed-Vorstands zu entlassen.
Im jüngsten Treffen der Zentralbank war Miran die einzige Gegenstimme zu einem Beschluss, der eine Zinsreduktion um einen Viertel Prozentpunkt vorsah. Er hatte lieber eine Senkung um einen halben Punkt befürwortet. Am Montag wird er beim Economic Club of New York seine wirtschaftlichen Ansichten ausführlicher darlegen. Ein weiteres Thema, das Miran adressierte, ist die Beschäftigungslage. Er betont, dass das Halten eines restriktiven Zinsniveaus Risiken für den Arbeitsmarkt birgt.
Sein kollegialer Verbündeter, Neel Kashkari, Präsident der Minneapolis Fed, teilt Sorgen über den schwächelnden Arbeitsmarkt und spricht sich für mehr Zinssenkungen aus, obwohl er auf das Risiko steigernder Arbeitslosigkeit fokussiert ist. Miran erwartet, dass das Wirtschaftswachstum in der zweiten Jahreshälfte zunimmt, insbesondere durch die neue Steuerreform, bleibt jedoch hinsichtlich deren Auswirkungen auf die Geldpolitik skeptisch. Für die kommenden Wochen und Monate plant Miran, seine Argumente für tiefere Zinsen seinen Kollegen näherzubringen. Die Entwicklungen in der Fed werden weiterhin von der Finanzwelt genau beobachtet, da sie wesentliche Auswirkungen auf Marktentwicklungen und wirtschaftliche Stabilität haben.

