Neue Impulse aus dem Zollstreit beflügeln US-Börsen
Erfreuliche Entwicklungen in den Handelsbeziehungen zwischen den USA, China und der Europäischen Union haben an den New Yorker Börsen zu neuen Höchstständen geführt. Während der Dow Jones Industrial noch nicht auf dem Rekordpfad ist, verzeichneten andere Indizes bemerkenswerte Gewinne. Investoren setzen zudem darauf, dass in der weltweit größten Volkswirtschaft bald wieder die Leitzinsen sinken könnten. Ein Bericht des "Wall Street Journal" über die mögliche Nachfolge des US-Notenbankpräsidenten Jerome Powell befeuert diese Spekulationen.
US-Präsident Donald Trump erwägt, schon vor dem Ende von Powells Amtszeit im Mai eine Nachfolge zu bestimmen, was die Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen erhöhen könnte. In der laufenden Woche stieg der Dow im frühen Handel um 0,7 Prozent auf 43.685 Punkte, was zu einem WochenPlus von 3,5 Prozent führt. Sein letztes Rekordhoch erzielte er vor einem halben Jahr bei über 45.070 Punkten. Der S&P 500 überschritt mit einem Anstieg von 0,6 Prozent auf 6.179 Punkte seine frühere Bestmarke.
Die technologielastigen Nasdaq-Indizes befanden sich ebenfalls im Höhenflug und verzeichneten Rekorde. Der Nasdaq 100 legte zuletzt um 0,7 Prozent auf 22.594 Punkte zu, was einen wöchentlichen Zuwachs von 4,5 Prozent bedeutet. Akteure auf dem Weltmarkt atmen auf, nachdem China und die USA auf ein Ende spezifischer Handelsbeschränkungen geeinigt haben. US-Handelsminister Howard Lutnick bestätigte gegenüber der Agentur Bloomberg die Unterzeichnung des Abkommens.
China wird seltene Erden liefern, während die USA ihre Gegenmaßnahmen einstellen. Überdies haben die Vereinigten Staaten der EU einen neuen Vorschlag zur Lösung des Zollkonflikts unterbreitet. Die EU-Kommission bestätigt den Empfang des Dokuments, welches nun geprüft wird. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte die Bereitschaft zur Einigung, betonte aber gleichzeitig, dass alle Optionen weiterhin geprüft werden.
Ein Blick auf die jüngsten US-Wirtschaftsdaten zeigt, dass die Einkommen der privaten Haushalte im Mai unerwartet zurückgingen, während die Konsumausgaben ebenfalls überraschten. Der PCE-Deflator, ein wichtiger Maßstab für die Preisentwicklung und entscheidend für die US-Geldpolitik, entwickelte sich im prognostizierten Rahmen.

