Neue Entwicklungen im Fall Nord Stream 2
Die Aufklärung der mysteriösen Sabotageakte an der Nord-Stream-Pipeline bleibt bislang unvollständig. Einige Aspekte der Vorkommnisse könnten für immer im Verborgenen bleiben. Fest steht jedoch: Das abrupte Ende der russischen Gasversorgung erweist sich als strategischer Vorteil für die Vereinigten Staaten. Diese nutzen die Gelegenheit, um ihr meist teureres Fracking-Gas in Europa abzusetzen. Ein Element der jüngsten Handelsgespräche war, dass die EU im Rahmen eines Abkommens zur Lösung des Zollstreits zugesagt hat, verstärkt US-Gas abzunehmen.
Russlands Präsident Wladimir Putin zeigte bislang keinerlei Interesse an einem Leck in der Pipeline. Vielmehr genoss er es, die Gaslieferungen nach eigenem Ermessen zu regulieren – mal zu drosseln, mal zu erhöhen. Doch bereits vor den Sabotageakten hatte Russland seinen Ruf als zuverlässiger Energielieferant weitgehend eingebüßt. Die geopolitischen Spannungen und die Erhöhung der Gaspreise ließen Europa zunehmend nach alternativen Energiequellen suchen.

