God of War Schöpfer fordert Xbox auf, Bluepoint Games zu retten bevor ein legendäres Studio für immer zersplittert
Bluepoint Games stand jahrelang für das, was in der Spielebranche selten gelingt: alte Meisterwerke mit modernen Mitteln so zu veredeln, dass sie sich sowohl für Neulinge als auch für langjährige Fans anfühlen wie ein Geschenk. Nun hat Sony das Studio geschlossen – und ausgerechnet der Schöpfer von God of War richtet einen flammenden Appell an den mächtigsten Mann bei Xbox. Ob dieser gehört wird, steht auf einem ganz anderen Blatt.
Ein Studio mit unvergleichlichem Erbe wird geschlossen
Bluepoint Games hat sich über Jahre hinweg einen Ruf erarbeitet, der seinesgleichen sucht. Das Shadow of the Colossus-Remake aus dem Jahr 2018 und die Demon’s Souls-Neuauflage von 2020 gelten bis heute als Maßstab dafür, wie man klassische Spielerlebnisse behutsam in die Gegenwart überführt, ohne ihren Kern zu verraten. Darüber hinaus zeichnete das Studio für die God of War Collection, die Metal Gear Solid HD Collection, Uncharted: The Nathan Drake Collection sowie Gravity Rush Remastered verantwortlich. Dass Sony nun ausgerechnet dieses Studio schließt – rund 70 Mitarbeiter sind betroffen – kam für viele aus dem Nichts. Berichten zufolge war Bluepoint Games zuletzt mit einem Mehrspieler-Ableger im God-of-War-Universum beschäftigt, der offenbar ebenfalls dem Rotstift zum Opfer fiel.
David Jaffe schaltet sich ein – und richtet sich direkt an Phil Spencer
God-of-War-Mitschöpfer David Jaffe ließ nach der Bekanntgabe keine Zeit verstreichen. Auf dem Kurznachrichtendienst wandte er sich mit einem unmissverständlichen Appell direkt an Microsoft-Gaming-Chef Phil Spencer und forderte diesen auf, Bluepoint Games aufzukaufen und damit vor der Auflösung zu bewahren. „Do NOT let this amazing team splinter“, schrieb Jaffe – ein Satz, der in der Gemeinschaft sofort die Runde machte. Als mögliches Anschlussprojekt brachte er dabei sogar das gescheiterte Perfect Dark-Remake ins Gespräch, das nach der Schließung von The Initiative ohne Heimat dasteht. Die Idee hat einen gewissen Reiz – aber ob sie realistisch ist, steht auf einem anderen Blatt.
Microsoft als Retter? Die Skepsis ist berechtigt
Die Reaktionen auf Jaffe’s Vorstoß fielen gemischt aus, und das aus gutem Grund. Microsoft Gaming hat in den vergangenen Jahren selbst mit einer Welle von Studioschließungen und Spielabsagen für Aufsehen gesorgt: Tango Gameworks, Arkane Austin und Alpha Dog Games wurden 2024 dichtgemacht, Everwild und das Perfect Dark-Remake gestrichen. Hinzu kommt, dass Microsoft mit dem generativen Bildmodell Muse zunehmend auf Werkzeuge setzt, die menschliche Entwicklungsarbeit zumindest teilweise ersetzen könnten – was die Bereitschaft, ein weiteres Studio zu übernehmen, kaum steigern dürfte. Ob ein anderer Abnehmer einspringt, ist derzeit vollkommen offen. Was bleibt, ist die Gewissheit, dass das Erbe von Bluepoint Games unangetastet fortbesteht – Shadow of the Colossus und Demon’s Souls zählen nach wie vor zu den besten Remakes, die die Branche je hervorgebracht hat.

