Neue Ära der deutsch-britischen Zusammenarbeit: Freundschaftsvertrag eröffnet kooperative Möglichkeiten
Fünf Jahre nach dem Brexit besiegeln Deutschland und Großbritannien eine neue Phase ihrer Beziehungen durch einen umfassenden Freundschaftsvertrag. Bundeskanzler Friedrich Merz und Premierminister Keir Starmer unterzeichneten das 27-seitige Dokument in einer feierlichen Zeremonie im Victoria und Albert Museum in London. Flankiert wird das Abkommen von einem 17-Punkte-Aktionsplan, der darauf abzielt, die bestehende Kooperation in der Verteidigung und Wirtschaftspolitik zu vertiefen.
Konkret sollen die Maßnahmen die Eindämmung irregulärer Migration und die Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität fokussieren. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Erleichterung von Reisen: Ab Ende des Jahres wird Visafreiheit für Klassenfahrten von Schülergruppen gewährt. Zusätzlich sollen, innerhalb der nächsten Dekade, direkte Bahnverbindungen zwischen den beiden Ländern etabliert werden, realisiert durch eine eigens eingesetzte Task-Force.
Bereits ab Ende August werden britische Reisende automatisierte Grenzkontrollstellen, sogenannte E-Gates, nutzen können. Zugleich unterstreichen beide Staaten ihre bereits bestehende militärische Beistandspflicht innerhalb der Nato, ein Punkt von strategischer Bedeutung angesichts der atomaren Kapazitäten Großbritanniens.
Ein bemerkenswertes Zukunftsprojekt ist die Entwicklung eines europäischen Waffensystems, das innerhalb von zehn Jahren operationell sein soll und Ziele in bis zu 2.000 Kilometern Entfernung erreichen kann – eine Reichweite, die bis nach Russland reicht. Die verstärkte Kooperation wird auch die Bekämpfung von Schleuserkriminalität und grenzüberschreitender Kriminalität fördern, mit besonderen Maßnahmen gegen Geldwäsche, illegale Finanzströme und Drogenhandel.

