Netanjahu kritisiert russische Haltung im Gaza-Krieg
Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat in einem Gespräch mit dem Kremlchef Wladimir Putin Kritik an der russischen Haltung im Gaza-Krieg geübt. Insbesondere äußerte Netanjahu seine Unzufriedenheit über die Standpunkte russischer Vertreter bei den Vereinten Nationen und in anderen internationalen Foren. Zudem kritisierte er die Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Iran als gefährlich.
Netanjahu betonte dabei, dass jedes Land, das eine so bösartige Terrorattacke erlebt hätte wie Israel, nicht weniger heftig darauf reagiert hätte. Gleichzeitig lobte er jedoch auch den Einsatz Russlands bei der Freilassung von Israelis mit russischer Staatsangehörigkeit aus der Gewalt der islamistischen Hamas.
Des Weiteren bat Netanjahu Putin darum, Druck auf das Rote Kreuz auszuüben, damit dessen Vertreter israelische Geiseln besuchen und ihnen Medikamente überbringen dürften.
Medienberichten zufolge verließ Netanjahu für das 50-minütige Telefonat mit Putin sogar die Kabinettssitzung. Das letzte Gespräch zwischen den beiden Politikern fand am 17. Oktober statt. Aus dem Kreml gibt es bislang noch keine Mitteilung zu dem Sonntagstreffen.
Bereits im Oktober hatte Russland Israel vor einer Bodenoffensive im Gazastreifen gewarnt und darauf hingewiesen, dass dies zu einer Ausweitung des Konflikts mit verheerenden Auswirkungen für die gesamte Region und einer größeren humanitären Katastrophe führen könne. In dem Telefonat mit Netanjahu forderte Putin eine Feuerpause zum Schutz von Zivilisten.
Russland hat nach dem Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober vor allem die USA kritisiert und deren Versuche einer Konfliktlösung im Nahen Osten als gescheitert erklärt. Gleichzeitig hat sich Moskau selbst mehrfach als Vermittler in dem Konflikt angeboten, da es nach eigener Aussage sowohl gute Beziehungen zur arabischen Welt als auch zu Israel pflegt. Russland unterstützt eine Zweistaatenlösung in der Region. (eulerpool-AFX)

