Netanjahu drängt auf schnelles Ende des Gaza-Konflikts
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat in einer Pressekonferenz in Jerusalem bekräftigt, den militärischen Konflikt mit der Hamas im Gazastreifen rasch zu beenden. Er hat die israelischen Streitkräfte angewiesen, den Zeitplan für die Einnahme der Stadt Gaza zu verkürzen. Diese Entscheidung fiel kurz nachdem das Sicherheitskabinett beschlossen hatte, die Kontrolle über das gesamte Küstengebiet anzustreben, obwohl genaue zeitliche Vorgaben fehlen. Die militärischen Vorbereitungen könnten laut Medienberichten rund zwei Monate in Anspruch nehmen. Dabei wäre eine Umsiedlung von etwa einer Million Palästinenser aus der Stadt Gaza in sichere Gebiete erforderlich. Diese müssten mit entsprechender Infrastruktur ausgestattet werden. Nach fast zwei Jahren Konflikt ist der Gazastreifen größtenteils zerstört worden, und Israels Armee müsste eine erhebliche Anzahl von Reservisten mobilisieren sowie beschädigtes Kriegsmaterial instand setzen. Netanjahu betonte, dass die Militäroperation möglichst zügig umgesetzt werden solle, hielt sich jedoch mit konkreten Zeitangaben zurück. Israel kontrolliert nach seinen Angaben derzeit etwa drei Viertel des Küstenstreifens, während in den noch von der Hamas kontrollierten Gebieten Kommandozentralen vermutet werden. In diesen Regionen werden auch die letzten 50 Geiseln vermutet, von denen, laut israelischen Schätzungen, noch 20 am Leben sind. Kritiker, darunter Angehörige der Geiseln, fürchten, dass der geplante Militäreinsatz das Leben der Entführten gefährden könnte. Netanjahu hingegen behauptete, der Sturz der Hamas würde zur Befreiung der Geiseln führen. Der Oppositionsführer Jair Lapid warf Netanjahu vor, mit seinen Plänen die Sicherheit der Geiseln, die Stabilität der Wirtschaft und das internationale Ansehen Israels aufs Spiel zu setzen.

