Neonazi hält ungehindert Hetzrede in Dresden

11. Februar 2017, 20:10 Uhr · Quelle: dpa

Dresden (dpa) - In Dresden haben sich bis zu 1000 Menschen einem Aufzug von mehreren hundert Neonazis in den Weg gestellt.

Auf einer Kundgebung der Rechtsextremen bezeichnete sich der vorbestrafte Neonazi und Holocaust-Leugner Gerhard Ittner selbst als «überzeugten Nationalsozialisten» und verherrlichte die NS-Ideologie als «Modell für die ganze Welt». Der Auftritt könnte juristische Folgen haben; der polizeiliche Staatsschutz ermittelt.

Rechtsextreme missbrauchen den Jahrestag der Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945 durch britische und amerikanische Bomber regelmäßig für ihre Zwecke und rechnen die Opferzahlen hoch.

Am Samstagnachmittag versammelten sich zunächst gut 200 Rechtsextremen in der Innenstadt. Anmelder des Aufzuges war Ittner, der im November 2015 vom Landgericht Nürnberg-Fürth unter anderem wegen Volksverhetzung zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt worden war. Der Zug gelangte wegen mehrerer Blockaden von Gegnern schon nach kurzer Zeit wieder am Ausgangspunkt an.

Auf der Abschlusskundgebung kündigte Ittner den Schweizer Rechtsextremisten Bernhard Schaub als «bekennenden Holocaust-Leugner» und «Kämpfer für die Wahrheit» an. Er selbst nahm das Wort Holocaust-Lüge zwar nicht in den Mund, sprach aber «von der größten Lüge der Weltgeschichte».

Nach Aussagen von Polizeisprecher Thomas Geithner wurde Ittner schon während der Kundgebung angesprochen. Zu einer Auflösung der Versammlung kam es nicht, die Polizei will die Reden zunächst auswerten. Zuletzt spendeten Ittner und seinen Gesinnungsgenossen noch etwa 100 Demonstranten Beifall, darunter auch viele Anhänger der islam- und ausländerfeindlichen Pegida-Bewegung.

Am frühen Abend gab es im Umfeld des Dresdner Hauptbahnhofes einem zweiten Aufzug Rechtsextremer, der von der örtlichen Szene angemeldet wurde. Nach Angaben der Studentengruppe «Durchgezählt» beteiligten sich etwa 650 Teilnehmer an dem Marsch. Am Rande machten immer wieder Gegendemonstranten mit Sprechchören ihrem Unmut Luft. An einer Stelle musste die Route wegen Sitzblockaden abgekürzt werden. Etwa 1000 Polizisten trennten die Lager, bis zum Abend blieb alles friedlich.

Am kommenden Montag erinnert die Dresden an ihre Zerstörung im Zweiten Weltkrieg - unter anderem mit einer Menschenkette. Die Barockstadt war am 13. Februar 1945 und in den beiden Tagen danach bei Luftangriffen alliierter Bomber zerstört worden. Das Zentrum fiel in Schutt und Asche. Bis zu 25 000 Menschen verloren ihr Leben. Rechtsextreme fügen an diese Zahl gern eine Null an. Die offizielle Angabe stammt von einer Kommission namhafter Historiker.

Geschichte / 13. Februar / Extremismus / Sachsen
11.02.2017 · 20:10 Uhr
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